Politiker verlassen HSH-Aufsichtsrat

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Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank wird größtenteils ausgewechselt.

Hamburg - Der Aufsichtsrat der krisengeschüttelten HSH Nordbank wird auf der Seite der Anteilseigner fast komplett ausgewechselt.

Der Hamburger Finanzsenator Michael Freytag (CDU) sowie die beiden Kieler Minister Rainer Wiegard (CDU) und Lothar Hay (SPD) verlassen das Gremium, teilte das Institut am Montag in Hamburg mit. Auch der New Yorker Investor J. Christopher Flowers soll dem Aufsichtsrat nicht mehr angehören; sein Abgesandter Ravi S. Sinha bleibt dagegen in dem Gremium.

Neben Vertretern der Bundesländer und der schleswig-holsteinischen Sparkassen rücken einige frühere Konzernchefs aus Hamburg in den Aufsichtsrat wie Bernd Wrede (Hapag-Lloyd), Joachim Lemppenau (Volksfürsorge) und der Allianz-Manager Detlev Bremkamp. Der hatte auch seit 2006 einem europäischen Beratungsgremium der US- Investmentbank Lehman Brothers angehört. Aus Schleswig-Holstein kommen Hans-Werner Blöcker (Vereinigte Asphalt-Mischwerke, Büdelsdorf) und Lutz Koopmann von der Investitionsbank. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wird Hilmar Kopper, der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, als Nachfolger des früheren Hamburger Finanzsenators Wolfgang Peiner.

Die Aufsichtsratstätigkeit von Politikern bei Landesbanken wurde im Zuge der Finanzmarktkrise von verschiedenen Seiten heftig kritisiert. Politiker hätten nicht genug Sach- und Fachkenntnis, um diese Aufgabe angemessen wahrzunehmen, lautete die gängigste Kritik. Während in anderen Bundesländern die Krisen von Landesbanken auch zu Politiker-Rücktritten geführt haben, sind in Hamburg und Schleswig-Holstein noch keine Politiker wegen der HSH Nordbank zurückgetreten, die nur durch massiven Einsatz staatlicher Mittel vor der Insolvenz gerettet werden konnte.

Der neue Aufsichtsrat wird am kommenden Mittwoch von der Hauptversammlung gewählt. Die übliche Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand werde verschoben, bis das Ergebnis einer laufenden Untersuchung vorliege, hieß es weiter. Damit wird geprüft, ob sich Vorstand und Aufsichtsrat korrekt verhalten haben. Wegen der Beinahe- Pleite des Instituts arbeiten auch Untersuchungsausschüsse in Kiel und Hamburg. Der Aufsichtsrat bekräftigte seine Unterstützung für Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Er solle die Bank langfristig führen.

dpa

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