Gewinne trotz Virus

Auto-Branche in der Corona-Krise: Ein deutscher Hersteller ist der große Gewinner

Taycan-Fertigung bei Porsche: Die Schwaben haben im ersten Halbjahr satt verdient - trotz Corona.
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Taycan-Fertigung bei Porsche: Die Schwaben haben im ersten Halbjahr satt verdient - trotz Corona.

Die Corona-Pandemie hat den Automobil-Herstellern weltweit schwer zugesetzt. Allen Automobil-Herstellern? Nein. Ein Sportwagen-Hersteller hört nicht auf, Gewinne zu schreiben.  

  • Die Corona-Pandemie hat die Autobauer weltweit schwer getroffen.
  • Insgesamt ist die Branche weltweit tief in die roten Zahlen gerutscht.
  • Ein Sportwagen-Bauer hat sich in der Krise großartig geschlagen.

Nur ein deutscher Hersteller hat sich dem Abwärtssog von Corona entzogen: Porsche. Der Sportwagen-Bauer aus Stuttgart-Zuffenhausen machte im ersten Halbjahr trotz Corona immerhin 1,23 Milliarden Euro Gewinn. Damit lag die VW-Tochter weltweit hinter Toyota auf Rang 2.

„Die Verkäufe von Super-Premium sind in Krisenzeiten stabiler als der Absatz von Massen-Premiumherstellern wie Audi, BMW oder Mercedes“, sagte Frank Schwope, Auto-Analyst bei der NordLB gegenüber Merkur.de*. Dazu dürften „auch Sparmaßnahmen und die rasche Erholung in China geholfen haben“, so Schwope.

Zwar blieb die operative Marge – also das operative Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz - bei der VW-Tochter mit 9,9 Prozent im ersten Halbjahr rund fünf Punkte hinter der eigenen Zielvorgabe zurück. Aber in diesen Zeiten sind das eher Luxus-Probleme.

Porsche-Chef Oliver Blume sieht „gute Performance“

Man habe eine im „Wettbewerbsvergleich gute Performance“ hingelegt, schrieb der Sportwagenbauer bei der Vorlage des jüngsten Zwischenberichts Ende Juli. „Wir managen die Corona-Krise systematisch und verantwortungsvoll und verstehen sie gleichsam als Chance“, sagte Porsche-Chef Oliver Blume. Porsche habe Rückenwind von den „attraktiven, neuen Produkten - vom 911 Turbo bis zum Elektrosportwagen Taycan“.  

Wie krisenresistent der Sportwagenbauer ist, zeigt auch ein Blick auf die Absatzzahlen. Sie gaben im ersten Halbjahr zwar um rund 12,4 Prozent auf rund 117.000 Fahrzeuge nach. Aber konzernweit lag das Minus mit rund 27 Prozent mehr als doppelt so hoch. Am schlimmsten erwischte es dabei die Tochter SEAT. Bei den Spaniern brach der Absatz um satte 38,5 Prozent ein.

VW-Tocher Porsche legt die Messlatte hoch

Im laufenden dritten Quartal könnte es mit dem Platz an der Sonne für Porsche aber schon wieder vorbei sein. Bis Ende September dürfte BMW die Schwaben beim operativen Ergebnis überholen, glaubt Schwope. Auch Mercedes-Benz könnte das Stuttgarter Duell womöglich wieder für sich entscheiden. Einzig die lange Zeit erfolgsverwöhnte VW-Tochter Audi dürfte erneut das Nachsehen haben.

Bei Porsche werden sie den Erfolg aus dem ersten Halbjahr einzuordnen wissen. Bis Jahresende könnten ein paar andere Hersteller womöglich wieder vorbeiziehen. Sicher ist: Einfach werden es die Schwaben den Wettbewerbern nicht machen. 2,7 bis 3,1 Milliarden Euro Gewinn traut Schwope Porsche im laufenden Jahr operativ zu. Das muss die Premium-Konkurrenz um BMW, Mercedes-Benz & Co. erst mal hinkriegen.

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