Auch Einschreiben mit Preisaufschlag

Briefe werden ab 2014 teurer

Berlin - Nach der Erhöhung des Briefportos in diesem Jahr will die Post den Preis für Standardbriefe erneut erhöhen. 2014 soll eine Briefmarke dann 60 Cent kosten.

Briefmarken für Standardbriefe sollen künftig 60 Cent kosten.

Die Deutsche Post will das Briefporto erhöhen. Der Preis für einen Standardbrief soll 2014 um zwei Cent auf 60 Cent angehoben werden, wie die Deutsche Post am Freitag in Bonn mitteilte. Die Post stellte einen entsprechenden Antrag bei der Bundesnetzagentur. Damit sollen die Preise an die gestiegenen Kosten angepasst werden, wie es hieß. Die Preise für die anderen nationalen Briefformate wie Kompaktbrief und Postkarte sollen unverändert bleiben.

Mehreinnahmen von 100 Millionen Euro

Erst zum Jahresbeginn 2013 hatte der Dax-Konzern das Briefporto um drei Cent auf 58 Cent erhöht. Die erste Briefpreiserhöhung nach 15 Jahren brachte dem Unternehmen nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro Mehreinnahmen.

Auch die Preise für zahlreiche andere Postdienstleistungen sollen zum neuen Jahr teurer werden, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorging. Der Versand von Paketen im Inland soll künftig neun Cent mehr kosten. Bei Sendungen bis zu zehn Kilogramm etwa sollen ab dem neuen Jahr 6,99 Euro fällig werden statt bislang 6,90 Euro. Der Preis für Päckchen bis zwei Kilogramm soll mit 4,10 Euro aber konstant bleiben.

Einschreiben werden teurer

Teurer sollen auch Einschreiben werden, wie die Post mitteilte. Der Preis für normale Einschreiben solle um 10 Cent auf 2,15 Euro angehoben werden. Bei Einwurf-Einschreiben würden 1,80 Euro fällig statt bislang 1,60 Euro. Für sechsmonatige Nachsendeaufträge - etwa bei Umzügen - will die Post künftig 4,70 Euro mehr verlangen. Für Nachsendungen würden dann 19,90 Euro fällig.

Die Bundesnetzagentur machte vor wenigen Wochen den Weg für weitere Portoerhöhungen frei. Der Preisanstieg für den Brieftransport darf damit mit einem Abstand von 0,2 Prozentpunkten der durchschnittlichen Inflationsrate folgen.

Die Deutsche Post steht im Briefbereich unter einem enormen Druck, weil das Beförderungsvolumen jährlich abnimmt. Die klassische Briefzustellung wird immer stärker durch E-Mail und Internet verdrängt. Aufgefangen werden die Erlöseinbußen insbesondere durch ein boomendes Paketgeschäft. Im vergangenen Jahr schrumpften die Umsätze bei der Briefzustellung um 3,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Transportiert wurden insgesamt 7,6 Milliarden Briefe. 6,4 Milliarden entfielen auf Geschäftskunden, 1,2 Milliarden auf Privatkunden.

Die bisherigen 58-Cent-Briefmarken für Standardbriefe könnten Verbraucher auch im neuen Jahr weiterverwenden, falls sie diese noch übrig hätten, teilte die Post mit. Allerdings müssten Kunden dann beim Versand noch zusätzliche Zwei-Cent-Marken aufkleben, um die Differenz zum neuen Porto auszugleichen. Diese Marken werde es in Kürze zu kaufen geben.

Der Postkundenverband DVPT kritisierte die angekündigte Preiserhöhung. "Die Kunden werden über den Löffel barbiert", sagte DVPT-Vorstand Johannes Offermann der Nachrichtenagentur AFP. Das noch laufende Preissetzungsverfahren bei der Bundesnetzagentur, das der Post Preiserhöhungen entlang der Jahresteuerung ermöglicht, sei "sehr intransparent". Aufgrund der öffentlich zugänglichen Daten gebe es "keine Chance zur Beurteilung der Kostensituation". Damit sei kaum nachzuvollziehen, ob die Preiserhöhungen gerechtfertigt seien.

Für die kommenden Jahre sei damit zu rechnen, "dass die Schlagzahl der Preiserhöhungen steigen wird", sagte Offermann. "Spätestens in drei, vier Jahren kann es wieder einen Sprung um drei Cent geben."

Entwicklung beim Porto für Briefe

Vor Jahrzehnten kostete ein Standardbrief in Deutschland noch 20 Pfennig. Aktuell sind es 58 Cent. Die Deutsche Post plant, im nächsten Jahr das Porto für einen Standardbrief (bis 20 Gramm) um 2 Cent auf 60 Cent zu erhöhen. Ein Überblick über die Entwicklung des Portos seit 1997:

1997: Lange Zeit kostete ein Standardbrief 1 DM. Zum 1. September wird das Porto auf 1,10 DM erhöht. Dieses Entgelt bleibt bis Ende 2002 bestehen (nach der Einführung des Euro sind es 56 Cent).

2003: Zum 1. Januar senkt die Post das Porto für den Standardbrief um 1 auf 55 Cent - gültig bis Ende 2012.

2013: Die Post erhöht das Porto zum 1. Januar wieder, dieses Mal um 3 auf 58 Cent.

Wecker, Festnetz, CD: 10 Dinge, die vom Aussterben bedroht sind

Computer und Smartphones den Alltag rasant. Im digitalen Zeitalter wird vieles schnell unmodern. Zehn (angeblich) unmoderne Dinge und Phänomene ... © dpa
HANDSCHRIFTLICHE BRIEFE: Na, leiden Sie auch unter Nostalgie beziehungsweise “Netzlos-talgie“? In Zeiten des Internets liegt kaum noch persönliche Post im Briefkasten - fast nur noch Rechnungen und Werbebroschüren. Selbst die Liebe wird oft nur noch in SMS und E- Mails bekundet. Menschen des 19. Jahrhunderts würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, dass ihr geliebter seitenlanger Brief im 21. Jahrhundert vom Aussterben bedroht ist. © dpa
2. POSTKARTEN: Früher war es Pflicht, aus dem Urlaub eine kitschige Ansichtskarte zu schicken. “Viele Grüße aus...“, “Das Wetter ist schön und wir unternehmen viel...“ - belanglose Zeilen dieser Art vermisst wohl niemand. Allerdings gibt es kaum jemanden, der sich nicht freut, wenn ein lieber Mensch ihm eine Karte schreibt, statt nur mit einer Handy-Nachricht oder via Facebook über eine Reise zu berichten. © dpa
3. PAPIERFOTOS: Die vergilbten Kinderfotos aus den 60er und 70er Jahren, die Urlaubsfotos aus den 80ern (oder gar die Dias!) - früher konnte man Erinnerung in den Händen halten und betrachten. Etwa seit Mitte der Nullerjahre sind viele Reisen und private Ereignisse nur noch auf Chipkarten und in Computern gespeichert. Wehe den Babys, die 2010 geboren wurden - ist ihre Kindheit nach einem PC-Absturz komplett ausgelöscht? © dpa / Jens Schierenbeck
4. LEXIKA UND WÖRTERBÜCHER: Wissen hatte früher ein paar hundert Seiten und passte zwischen zwei Buchdeckel. Die Vokabeln und das Allgemeinwissen gingen von A bis Z. Nur manchmal wünscht man sich diese niedliche Welt zurück. Sonst ist es wunderbar, stets aktualisiertes Wissen im Web zu finden und zum Beispiel das französische Wort für “Pulverschnee“ nicht minutenlang erblättern zu müssen, sondern schnell getippt abzufragen. © dpa
5. DIE CD: Am schlimmsten waren in den 90ern diese unförmigen CD- Ständer, die Platz wegnahmen und suggerierten, ein cooler Staubfänger zu sein, jedoch einfach nur ein Staubfänger waren. In Zeiten von iTunes und MP3 kaufen immer weniger Menschen materielle Tonträger. Die Musik ist flüchtiger geworden und nimmt auch keinen Platz mehr weg in den Wohnungen. Ausgenommen vom Trend zur leeren Wohnung: Schallplatten-Fans... © dpa
6. 2D-FILME: Wenn die Kinowirtschaft nicht mehr weiterweiß, dann greift sie zu 3D. In den 50ern und 60ern gab es eine 3D-Welle, um die Leute weg vom Farbfernseher zu Hause in die Lichtspielhäuser zu locken, in den 80ern waren dann Videorekorder der Grund. Zurzeit geht es darum, die Menschen weg von den Raubkopien und Computerspielen ins Kino zu bewegen. Diesmal scheint sich der Trend zu verstetigen. Doch schlechte Storys sind auch in 3D nicht gut. © dpa
7. FESTNETZTELEFONATE: Immer mehr Menschen schaffen ihr Festnetztelefon ab, weil sie es neben dem Mobiltelefon zu teuer finden oder sowieso kaum daheim sind. Mancher fühlt sich von einem Anruf zu Hause mehr gestört als vom Handy, das zwar in der Tasche ein weit größerer Eingriff in die Privatsphäre ist, aber notfalls auch lautlos gestellt oder ausgeschaltet sein kann. Ein lautes Festnetztelefon in der Wohnung schreckt oft mehr auf. © dpa
8. DISKUSSIONEN: Früher gab es ausgiebige Debatten unter Freunden. Wie hieß nochmal der Laden in Paris mit den tollen Cocktails? Heute wird jedes aufkommende Gespräch weggegoogelt. Irgendjemand ist immer da, der sein Handy zückt und im Internet nachschaut. Keine Fachsimpeleien mehr, sondern mehr oder weniger gesicherte Fakten von Wikipedia. Alles wird geklärt, bevor die Unterhaltung anregend wird. Manchmal sitzen Menschen zusammen und starren lieber aufs Smartphone als Smalltalk zu betreiben. Die virtuelle Realität besiegt das echte Gegenüber. © dpa
9. WECKER: Wo früher der Wecker stand, liegt heutzutage das Handy mit Weckfunktion. Ein eigenes Gerät braucht man für den Start in den Tag nicht mehr. Aus dem Tiefschlaf lässt man sich moderner reißen. Besser wird der unangenehme Vorgang dadurch aber nicht. © dpa
10. ECHTE FREUNDE: Das Wort “Freund“ hat im Zeitalter sozialer Netzwerke eine schwächere Bedeutung bekommen. Freundschaft ist..., wenn man Kontakt miteinander aufnimmt. Ich klicke dich an, du klickst mich an. Kann man mehr als 150 Bekannte haben? Kritiker werfen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (neben datenschutzrechtlichen Problemen) vor, seine “süchtigen“ etwa 500 Millionen Nutzer in der Welt eines unbekümmerten Harvard-Studenten gefangen zu halten. © picture alliance / dpa-tmn
Ist das wirklich so? Jedenfalls sprechen die Angewohnheiten vieler Nutzer dafür: Sie laden möglichst nur “coole“ Interessen und Bilder hoch, machen eindeutige Beziehungsangaben und wenig komplexe Statusangaben und pflegen vor allem die Unsitte, jeden einmal Gesehenen zum “Freund“ zu verklären. © picture alliance / dpa-tmn

dpa/AFP

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