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Praktiker vor der Pleite: Auch Baumärkte in der Region betroffen

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20 Prozent auf alles, diese Rechnung ging nicht auf: Die Baumarktkette Praktiker ist pleite. Auch Märkte in der Region wären betroffen.

Kassel/Hamburg. 20 Prozent auf alles, diese Rechnung ging nicht auf: Die Baumarktkette Praktiker ist pleite. Wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragte das Unternehmen am Donnerstag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Auch bei uns wären Praktiker-Märkte betroffen.

Hintergrund: Praktiker in der Region

- Kassel (Holländische Str.)

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Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Insolvenz-Nachricht als Tragödie für die Mitarbeiter. Sie seien bereit gewesen, für drei Jahre auf jeweils rund fünf Prozent ihres Jahresgehaltes zu verzichten, teilte Verdi mit. Ein entsprechender Tarifvertrag war im Oktober 2012 mit der Unternehmensführung abgeschlossen worden. Praktiker wies Ende März knapp 18.000 Vollzeitstellen aus, beschäftigt werden nach Unternehmensangaben aktuell rund 20.000 Mitarbeiter, davon 12.000 im Inland. Je die Hälfte sei bei den beiden Konzern-Marken beschäftigt, teilte ein Sprecher mit.

Auf HNA-Anfrage sagte Praktiker-Pressesprecherin Sabine Noujoks, dass auch der Kasseler Baumarkt bei einer vorläufigen Insolvenz keinesfalls in den nächsten Tagen geschlossen werde. "Ziel ist es, möglichst viele Märkte zu erhalten und die Geschäfte weiter zu betreiben", sagte Noujoks. Sobald ein Insolvenzverwalter die Arbeit aufgenommen habe, verschaffe dieser sich einen Überblick über die einzelnen Märkte. Die Max-Bahr-Märkte seien nicht von der Insolvenz betroffen.

Schwerpunktthema Baumärkte in der Freitagsausgabe:

- Wie reagieren die Mitarbeiter?

- Was sagen die Kunden?

- Wie geht es jetzt weiter?

Das Unternehmen betreibt in Deutschland insgesamt 315 Baumarkt-Filialen (Stand Ende März). Vorstandschef Armin Burger trieb die Umstellung von Praktiker-Filialen auf die ertragsstärkere Marke Max-Bahr voran. Das Unternehmen war auch durch seine fehlgeschlagene Rabattstrategie in eine schwere Krise geraten. Wechselnde Vorstandschefs hatten zuvor versucht, das Unternehmen zu stabilisieren. Zuletzt wurden der Einkauf gestrafft und die Konzernzentrale aus dem Saarland nach Hamburg verlegt. (dpa/rpp/bal)

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