Edeka Hessenring: Die Preishoheit der Discounter

Im Geschäftsgebiet der Edeka Hessenring leben 3,56 (3,57) Millionen Einwohner, die 7,44 (7,3) Milliarden Euro für Lebensmittel ausgeben können. Das Gebiet erstreckt sich auf Hessen, Thüringen, Südniedersachsen, Ostwestfalen sowie auf Teile von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.

Melsungen. Edeka Hessenring steigert zwar den Überschuss, aber der Umsatz im Großhandel stagniert.

Melsungen. Die Edeka Handelsgesellschaft Hessenring mbH hat im vergangenen Geschäftsjahr zwar beim Gewinn kräftig zu gelegt, aber die Zuwächse kamen im wesentlichen aus den Beteiligungen der Gesellschaft.

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen wuchs der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel im vergangenen Geschäftsjahr bundesweit um 2,7 Prozent zu. Besonders stark profitierten dabei die kleinen Verbrauchermärkte, die Drogeriemärkte und die Discounter. Die Preise für Lebensmittel steuerten dazu nur einen Prozentpunkt bei.

Dieser Trend spiegelt sich im Umsatz der Handelsgesellschaft Hessenring wider. Deren operatives Geschäftsfeld liegt im wesentlichen im Großhandel. Der bereinigte Umsatz legte um 1,22 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu. Rechnet man die Umsätze der Beteiligungen Fleischwerk, Rheika-Delta, Marktkauf, SB Union, RM Großmarkt und die Hessenring Waren-Vertriebs GmbH hinzu, steigt der Gesamtumsatz auf 2,26 Milliarden Euro - 0,59 Prozent mehr als im Vorjahr.

1,26 Millionen ausgeschüttet 

Für Vorstandssprecher Hans-Richard Schneeweiß (58), der gemeinsam mit Hans-Jürgen Steffen (60) den Vorstand der Gruppe stellt, drücken vor allem die Preisreduzierungen der Discounter auf das Geschäft. „Die Preishoheit liegt bei den Discountern.“ Dem könne sich die Edeka-Gruppe nicht entziehen. Zudem bekam Edeka im vierten Quartal erste Auswirkungen der EU-Sanktionen gegen Russland zu spüren. Seit Jahren seien die Großhandelspreise im Einzelhandel nicht mehr kostendeckend.

Der Überschuss der Gesellschaft legte dennoch 2014 von 13,19 auf 21,8 Millionen Euro zu. Im wesentlichen kam das Plus aus den Beteiligungen. Denn die Verkaufsfläche ging um 4100 Quadratmeter auf 699 477 Quadratmeter zurück, und die Zahl der Mitarbeiter legte von 8300 auf 8400 zu. Davon arbeiten rund 1200 Mitarbeiter am Standort in Melsungen.

Doch nur 1,26 Millionen vom Überschuss werden an die Gesellschafter ausgeschüttet, der Rest verbleibt im Unternehmen. Sprünge beim Überschuss gab es in der Vergangenheit regelmäßig: 2012 waren es 18 Millionen Euro, 2011 nur 15,1 Millionen Euro und 2010 über 20,1 Millionen Euro - aber stets werden nur 1,26 Millionen pro Jahr ausgeschüttet. Grund zur Klage kennt Schneeweiß nicht: Das Eigenkapital ist über die Jahre auf 344,2 Millionen Euro angewachsen, im Jahr zuvor waren es 323,6 Millionen.

Im laufenden Geschäftsjahr soll die Geschäftsfläche um 10 000 Quadratmeter ausgebaut werden. Insgesamt 35 Millionen Euro werden am Jahresende investiert sein, 28,4 Millionen Euro davon in die Schaffung und Erweiterung von Einzelhandelsimmobilien. Das entspricht in etwa der Summe des Vorjahres. Bezahlt werden all die Investitionen aus den flüssigen Mitteln der Gruppe.

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