Raiffeisenbank Baunatal trotzt Demographie – Junge im Blick

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Baunatal. „Wir haben den Stresstest der Rezession mit Bravour überstanden“, sagte Claus-Rüdiger Bauer, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Baunatal (RBB), am Freitag. Aufgrund der guten Ausgangsbasis, die mit der Bilanz 2010 gelegt wurde, erwartet der Vorstand im 125. Geschäftsjahr des genossenschaftlichen Geldinstituts ein „ähnliches, vielleicht etwas schwächeres Ergebnis“.

Wie alle anderen Geldinstitute hat auch die RBB 2010 vom Verlauf der Zinskurven profitiert. Bauer geht für 2011 davon aus, dass die Zinsen im Jahresverlauf steigen werden: Zum einen werden die EU-Anleihen für strauchelnde Staaten den Zins treiben, zum anderen wird die anziehende Inflation ihren Teil beisteuern. Aus seiner Sicht sollte ein stabiler Euro das vorrangige Ziel der Politiker sein. Dazu gehöre auch der Schuldenabbau. Um die RBB für die nächsten Jahre wetterfest zu machen und um für den demographischen Wandel gewappnet zu sein, arbeitet die Bank an maßgeschneiderten Programmen für junge Menschen, die sich am Lebenszyklus orientieren. Individuelle Programme werden auch für die wachsende Klientel 60 plus erarbeitet.

Möglich machen diese Pläne ein stabiles Ergebnis im Geschäftsjahr 2010. Die RBB will im Jubiläumsjahr der Vertreterversammlung am 19. Mai eine Dividende von 7,25 Prozent vorschlagen.

Zwar fiel der Jahresüberschuss vor Steuern von 7,69 auf 7,68 Millionen Euro. Nach Bewertung – also: Nach Abzug von Steuern und Abschreibungen für faule Kredite und Wertpapiere – stieg er aber von 7,34 auf 7,43 Mio. Euro. Denn zum einen mussten Rückstellungen für Marktrisiken wie Zinsänderungen gebildet werden, gleichzeitig konnten aber Rückstellungen aufgelöst werden, da befürchtete Risiken nicht eintraten.

Prozentual betrachtet, liegt das Betriebsergebnis der RBB bei 1,53 Prozent der Bilanzsumme von 494,4 Mio. Die RBB schneidet damit besser ab als der Verband, der bei 1,21 Prozent liegt. Die Kosten der Bank blieben recht stabil, da aber die Erträge zulegten, mussten unter dem Strich nur noch 56 statt 59 Cent ausgegeben werden, um einen Euro zu verdienen.

Von diesem guten Ergebnis zahlt die Bank nicht nur insgesamt 2,25 Mio. Euro Gewerbe- und Körperschaftsteuer, sondern polstert auch die Eigenkapitaldecke von 56,5 auf 62,9 Mio. Euro auf. Die Eigenkapitalquote liegt mit 12,51 Prozent über Verbandsniveau.

Auf der Stelle trat 2010 das Provisionsergebnis, da nach wie vor wenig Umsätze mit dem Handel von Wertpapieren gemacht werden. Im laufenden Geschäftsjahr wird die RBB, so Bauer, weitere 100 000 Euro durch die vereinheitlichten Abhebegebühren an Geldautomaten einbüßen.

Abstriche musste die Bank bei der Zinsspanne machen. Der Grund: Die Kunden wechselten von kurz- zu langfristigen Produkten. Bauer: „Dadurch steigt der Zinsaufwand.“ Die Kundeneinlagen haben ein Volumen von 380,6 Mio. Euro.

Von Martina Wewetzer

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