Nordhessen Champions

Projekt UNEET: Europaweit Job-Perspektiven schaffen

Nordhessen startet mit Regionen in Frankreich, Großbritannien und Irland das Kooperationsprojekt UNEET.

Jungen Menschen aus Europa berufliche Perspektiven bieten – und damit auch der Personalknappheit in der Hotel- und Gastronomiebranche entgegenwirken: Dieses Ziel hat das ambitionierte Projekt UNEET. Der Landkreis Kassel und das Regionalmanagement Nordhessen arbeiten dafür mit Regionen aus Frankreich, Großbritannien und Irland zusammen. Anlass für die Initiative war die besorgniserregend hohe Jugendarbeitslosigkeit in den europäischen Partnerregionen. „Bis zu 30 Prozent der jungen Menschen dort haben keinen Job und somit auch schlechte Zukunftsaussichten“, erklärt Sebastian Tischler vom Regionalmanagement Nordhessen. Das soll sich mit dem Kooperationsprojekt, das sich an sogenannte „NEETS“ (young adults not in education, employment or training – junge Erwachsene, die nicht in Schule, Ausbildung oder Beschäftigung sind) ändern. Geplant ist eine niederschwellige Online-Plattform, auf der sie unkompliziert mit möglichen Arbeitgebern aus der Hotel- und Gastronomiebranche in Kontakt kommen können – auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus.

Internationales Gastgewerbe: Mohammad Masoud absolviert eine Ausbildung im Gasthaus Zum Lindenwirt in Oberweser.

Im Spätsommer 2019 soll die UNEET-Plattform online stehen. Und die soll vor allem die Zielgruppe – junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren – ansprechen. Statt langweiliger Jobbeschreibungen können die teilnehmenden Betriebe zum Beispiel kurze Videos online stellen und so Lust auf die Arbeit im Gastgewerbe machen. Zudem soll die Plattform Informationen über Branche und Karrieremöglichkeiten bieten. Für den Herbst sind mehrere Workshops geplant, bei denen Jugendliche und Arbeitgeber ihre Wünsche für die Plattform zusammentragen. Die gastronomischen Betriebe in Nordhessen zeigen bereits großes Interesse an dem Projekt, sagt Sebastian Tischler. Denn oft sei es für sie schwierig, langfristig gutes Personal zu finden, die Fluktuation sei groß. Eine Entwicklung, die auch Anna Homm, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Hessen, bestätigen kann: „Wie in vielen anderen Branchen gibt es auch im Gastgewerbe einen Fachkräftemangel.“ Das liege zum Beispiel daran, dass sich viele junge Menschen für ein Studium und gegen eine Ausbildung im Dienstleistungssektor entscheiden. In Zahlen heißt das: Jedes Jahr bleiben etwa 250 000 Stellen in der Hotelund Gastronomiebranche unbesetzt. Mit UNEET könnte sich das bald ändern. (pdf)

„Gastgewerbe: ein Job mit besten Aussichten“

Anna Homm, Geschäftsführerin des Hotel- und Gastronomieverbandes DEHOGA Hessen e.V.

„Das Gastgewerbe ist und bleibt die Branche der Chance“ – auch ohne Abitur und abseits der großen Ballungszentren, sagt Anna Homm, Geschäftsführerin des DEHOGA Hessen – Geschäftsstelle Nord- und Osthessen, Kassel. Kaum ein Wirtschaftszweig ist abwechslungsreicher, so spannend und internationaler als das Gastgewerbe. Eine Ausbildung bietet Perspektiven fürs Leben und zwar auf allen Niveaus. „Wer hier arbeitet, dem steht buchstäblich die Welt offen.“ Genauso selbstverständlich sei es für die nordhessischen Arbeitgeber der Branche, Mitarbeiter aus dem Ausland zu rekrutieren. Über 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hätten keinen deutschen Pass. Ein international ausgelegtes Projekt wie UNEET sei deshalb absolut naheliegend. „Viele namhafte Betriebe aus der Region beteiligen sich – in der Hoffnung, über die Plattform motivierte, junge Arbeitskräfte zu finden.“

„Ein Projekt, von dem alle profitieren“

Rainer Kesper, Leiter des Geschäftsstellenverbundes der Agentur für Arbeit im Schwalm-Eder-Kreis.

Von einem buchstäblichen Blick über den Tellerrand könne die regionale Hotel- und Gastronomiebranche profitieren, sagt Rainer Kesper, Leiter des Geschäftsstellenverbundes der Agentur für Arbeit im Schwalm-Eder- Kreis. „Wir haben relativ viele offene Stellen in diesem Bereich, aber leider deutlich weniger Bewerber.“ Die geplante UNEET-Plattform sei deshalb neben den klassischen Werkzeugen der Arbeitsvermittlung eine weitere gute Möglichkeit, Arbeitgebern eine Lösung zu bieten. „Hier werden Arbeitgeber und Arbeitsuchende unkompliziert in Kontakt gebracht“, erklärt Kesper. Auch für junge Menschen – die Zielgruppe von UNEET ist 16 bis 29 Jahre alt – biete das Projekt tolle Chancen: „Erfahrungen sammeln, sich ausprobieren, andere Regionen kennenlernen: Das offene Konzept von UNEET ermöglicht all das.“

Hintergrund: Ein Projekt, das verbindet

UNEET wird vom europäischen Förderprogramm INTERREG Nordwest-Europa unterstützt. Seit 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Projekte zwischen Regionen und Städten gefördert. Die Koordination des UNEET-Gesamtprojekts wird über die Partnerregion in Frankreich abgewickelt. In Nordhessen haben der Landkreis Kassel und das Regionalmanagement Nordhessen die Agentur für Arbeit, den Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen, die IHK Kassel-Marburg und die Deutsche Märchenstraße e.V. als wichtige Partner gewinnen können.

Beteiligen sich bereits am Projekt UNEET:
Steinernes Schweinchen, Kassel
Hotel Gude, Kassel Gasthaus Zum Lindenwirt, Oberweser
H-Hotels.com

Kontakt für interessierte Betriebe:
Christien-Madeleine Borschel, Landkreis Kassel,
E-Mail: Christien-Madeleine-Borschel@landkreiskassel.de
oder Sebastian Tischler, Regionalmanagement Nordhessen,
E-Mail: tischler@regionnordhessen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.