Proteste zur KWS-Hauptversammlung

Einbeck. Begleitet vom Protest von Gentechnik-Gegnern hat in Einbeck die Hauptversammlung des Saatgutzüchters KWS begonnen. Das Unternehmen erwirtschaftet nach Angaben des Vorstandes inzwischen 28 Prozent seines Umsatzes mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

Schwierigkeiten gibt es zur Zeit in den USA, wo ein Bezirksgericht den Anbau von Gen-Zuckerrüben erst einmal stoppte. Vorstandssprecher Philip von dem Bussche führte auf dem Aktionärstreffen ein Forschungsergebnis der EU-Kommission ins Feld.

Danach gebe es keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass gentechnisch veränderte Pflanzen eine größere Gefahr für die Umwelt oder die Lebens- und Futtermittelsicherheit darstellen als herkömmliche Pflanzen.

Die Initiative "Witzenhäuser Agrar-Studierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfreie Landwirtschaft" machten vor dem Gebäude mit Sambatrommeln und einer "Gentechnik-Rüben-Häckselmaschine" auf ihr Anliegen aufmerksam. Sie fordern eine Landwirtschaft mit regionalen und bäuerlichen Strukturen.

In Gegenanträgen fordern sie zudem, Vorstand und Aufsichtsrat von KWS wegen des Gentechnik-Engagements des Unternehmens nicht zu entlasten. Sie werfen dem Unternehmen vor, Risiken der Gentechnologie herunterzuspielen.

KWS steigerte im Geschäftsjahr 2009/10 (30. Juni) den Umsatz um gut fünf Prozent auf 754 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss stieg um 2,7 Prozent auf 51,1 Millionen Euro. Den Aktionären wurde auf der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um zehn Cent auf 1,90 Euro je Aktie vorgeschlagen. (wll)

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