Interesse an BASF-Düngemittelwerken

K+S prüft erneut Zukauf

Norbert Steiner Archivfoto: nh

kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S erwägt den Kauf eines Teils des Düngemittelgeschäfts des Ludwigshafener BASF-Konzerns. Ein K+S-Sprecher erklärte auf Anfrage: „Wir prüfen, ob der Erwerb für uns interessant sein könnte.“ Über das Volumen des möglichen Geschäfts machten weder BASF noch der Kasseler Dax-Konzern Angaben.

Dem Aktienkurs halfen die Überlegungen. Die K+sS-Aktie legte am Mittwoch gegen den Trend um 1,54 Prozent auf 56,88 Euro zu und setzte sich damit an die Dax-Spitze.

Zu Wochenbeginn hatte BASF den Verkauf seines Düngemittelwerks im belgischen Antwerpen und der 50-Prozent-Beteiligung an dem französischen Unternehmen Pec-Rhin in Ottmarsheim bis Anfang 2012 angekündigt. Die andere Hälfte an Pec-Rhin hält der Mineralölkonzern Total.

Beide in Frage stehenden Standorte produzieren mit insgesamt 520 Beschäftigten jährlich 2,5 Millionen Tonnen stickstoffhaltigen Dünger auf Erdölbasis, den K+S in seiner Konzern-Sparte Nitrogen (Stickstoff) für BASF vertreibt.

Wird Compo verkauft?

K+S-Chef Norbert Steiner hat erst unlängst den Fokus des Konzerns auf die Förderung und die Produktion von Salzerzeugnissen sowie von Dünger auf Kali- und Magnesium-Basis gelegt und den Verkauf der Münsteraner Tochter Compo angekündigt. Sie produziert mit 1100 Beschäftigten Dünger für Haus und Garten. Ob es im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung zu einem Strategiewechsel bei K+S und somit zu einer Verstärkung der Stickstoff-Aktivitäten kommt, ist noch nicht ausgemacht. Denn derzeit bindet der fast abgeschlossene Erwerb des kanadischen Kali-Erkunders Potash One und die bevorstehende Erschließung einer neuen Lagerstätte in Nordamerika viel Kapital und Management-Kapazitäten. Außerdem prüft K+S die Wiederinbetriebnahme des 1987 stillgelegten Kalibergwerks Siegfried bei Hildesheim sowie den Kauf der Kaligrube Roßleben in Thüringen, die 1991 geschlossen worden war.

Die Stickstoffsparte von K+S hat 2009 gut eine Milliarde Euro zum Konzernumsatz von fast 3,6 Mrd. Euro beigetragen. Zahlen für 2010 werden erst nächste Woche vorgelegt.

BASF ist aber nicht nur geschäftlich, sondern auch gesellschaftsrechtlich mit K+S verbunden. Nach wie vor hält der weltgrößte Chemiekonzern zehn Prozent an K+S und ist damit zweitgrößter Aktionär nach dem russischen Milliardär Andrej Melnichenko.

Von José Pinto

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