Qimonda klagt nach Insolvenz gegen Infineon

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Die frühere Infineon-Tochter Qimonda hat in München Klage gegen den DAX-Konzern eingereicht.

München - Kaum läuft es nach schwierigen Jahren wieder gut für den Halbleiterkonzern Infineon, stehen neue Probleme ins Haus. Die ehemalige Tochter Qimonda hat in München Klage gegen den DAX-Konzern eingereicht.

Der Halbleiter-Konzern Infineon sieht sich mit einer Millionenklage seiner 2009 Pleite gegangenen Speichertochter Qimonda konfrontiert. Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé wirft Infineon einen Formfehler bei der Abspaltung der Sparte 2006 vor und will Infineon deshalb für die Auszahlung der Gläubiger zur Kasse bitten. Infineon wies Jaffés Forderung am Donnerstag als unhaltbar zurück und erwartet jetzt einen mehrjährigen Rechtsstreit durch alle Instanzen. Die Börse zeigte sich gelassen, der Aktienkurs blieb unverändert.

Jaffé verlangt in seiner Klage beim Landgericht München, dass Infineon für die nicht aus der Verwertung der Fabriken, Patente und anderen Vermögenswerte von Qimonda zu begleichenden Ansprüche der Gläubiger geradestehen muss. Dabei “geht es um einen großen Betrag“, sagte Infineon-Anwalt Cornelius Simons. Aber selbst der Insolvenzverwalter könne die Höhe noch nicht abschätzen, weil bisher weder die verfügbare Masse noch die berechtigten Ansprüche der Gläubiger ermittelt seien. Angemeldet hätten die Gläubiger Forderungen in Milliardenhöhe.

Wer ist im DAX?

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Der Insolvenzverwalter wirft Infineon vor, bei der Übertragung des Speichergeschäfts in die Qimonda AG 2006 die Anmeldung einer “wirtschaftlichen Neugründung“ bei Gericht versäumt zu haben. Dagegen teilte Infineon mit, das zuständige Gericht habe eine solche Anmeldung 2006 für unnötig erklärt. Und selbst wenn es einen solchen Formfehler gäbe, wäre es unverhältnismäßig, daraus die Haftung von Infineon für Qimonda bis zur Insolvenz im Januar 2009 abzuleiten. Jaffé lehnte jede Stellungnahme ab.

Ein Infineon-Sprecher sagte, Rückstellungen würden nicht gebildet, “weil wir den Betrag nicht kennen und weil wir kein Risiko sehen“. Bis zu einer abschließenden Klärung vor dem Bundesgerichtshof könne es gut vier Jahre dauern. In der am Dienstag beim Landgericht München eingereichten Klage wolle Jaffé zunächst einmal nur grundsätzlich seinen Anspruch feststellen lassen, ohne eine Höhe zu nennen. Der Streitwert wurde wie in solchen Verfahren üblich auf 30 Millionen Euro beziffert, dürfte aber höher liegen, wie der Infineon-Anwalt sagte.

dapd

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