Verbraucherzentrale Hessen hat Internet-Gutscheine geprüft – Daten oft ungeschützt

Verbraucherzentrale Hessen prüft Internet-Gutscheine: Rabatt oft irreführend

Das Angebot kann auch nach hinten losgehen: Gabriele Höft hatte Frühstück zum halben Preis angeboten und staunte nicht schlecht. Rund 7000 Leute kauften einen Groupon. Foto: dpa

Kassel. Drei Tage auf Mallorca mit Champagner, Party, Jet-Ski und Übernachtung in einer exklusiven Luxus Villa für 249 Euro statt 989 Euro. Das klingt nach einem Schnäppchen. Mit Preisnachlässen von 80 Prozent und mehr verführen Internetportale wie dailydeal.de und Groupon.de zum virtuellen Gutscheinkauf.

Verbraucherschützer warnen jedoch vor den Angeboten, die sich oft als Mogelpackung entpuppen.

Das Prinzip Gruppenkauf ist eine neue Masche, die viele Internetportale nutzen. Die Idee: Je mehr Menschen sich zusammenschließen, desto günstiger wird der Kauf. Häufig ist von Groupon-Diensten die Rede. Der Begriff ist eine Wortneuschöpfung aus dem englischen Wort „Group“ (Gruppe) und dem französischen Wort „Coupon“ (Wertmarke). Peter Lassek von der Verbraucherzentrale Hessen warnt: „Viele Gutscheine sind an Bedingungen und Einschränkungen geknüpft.“

Angebote prüfen

Wer bares Geld sparen will sollte folgendes beachten: Angebote prüfen, Preise vergleichen, auf Einschränkungen, Mindestbestellwert und Versandkosten achten, damit das Schnäppchen nicht zur Enttäuschung wird. Wichtig ist laut Lassek genau zu überlegen, welche Daten zur Abwicklung unbedingt erforderlich sind und auf eine verschlüsselte Datenverbindung zu achten: „Drei der sechs getesteten Anbieter nutzen keine sichere Datenleitung.“

Und so funktioniert es: Der Käufer hat ein bis drei Tage Zeit sich für ein Angebot zu entscheiden, beispielsweise ein Sonntagsfrühstück, einen Restaurantbesuch oder einen Büchergutschein. Dafür sind nur wenige Klicks nötig: Stadt auswählen, registrieren, Gutschein wählen. Sobald der Kunde einen Gutschein haben möchte, muss er seine persönlichen Daten, Bankverbindung oder Kreditkartennummer abgeben.

Rückgaberecht

Kommt der Kauf zustande, wird der Betrag per Lastschrift, Kreditkarte oder Paypal abgebucht. Der Gutschein wird dann via Email oder Post mit einem Code versendet. Den Groupon kann der Käufer dann auf die gewählte Dienstleistung anrechnen lassen. Ist der Kauf abgewickelt, hat der Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Ärgerlich wird es aber, wenn der Sonntagfrühstücksgutschein nur von Montag bis Samstag eingelöst werden kann oder der Büchergutschein nicht für reguläre Ware gilt. Der Kunden kann dann lediglich beschädigte und reduzierte Bücher kaufen.

Preistricks entlarven

Ein weiteres Beispiel: Ein Online-Reiseveranstalter wirbt mit 92 Prozent Rabatt. Für acht Euro bekommt der Kunde einen 100-Euro-Gutschein. Der gilt aber nur für Last-Minute-Angebote. Und 92 Prozent Rabatt gibt es nur, wenn die Reise 100 Euro kostet. Bei einem Reisepreis von 500 bis 1000 Euro, auf den die 100 Euro angerechnet werden, fällt die Ersparnis mit zehn bis 20 Prozent deutlich geringer aus, deckten die Verbraucherschützer auf.

www.verbraucher.de

Von Alia Shuhaiber

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