Warenzentrale will in allen Geschäftsbereichen durch Übernahmen wachsen

Raiffeisen auf Einkaufstour

Unsicherheit: Die Preise für Agrarrohstoffe sind derzeit im Keller. Wohin sie sich entwickeln, ist unklar. Das hängt auch von den Ernte-Erträgen und der Lage am Weltmarkt ab. Foto: dpa

Kassel. Der Preisverfall bei Agrarrohstoffen und Mineralölprodukten hat der Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen-Thüringen (RWZ) 2009 einen Ergebniseinbruch beschert. Der Konzernüberschuss des Agrar-, Landtechnik-, Baustoff- und Energiehändlers sank um 45 Prozent auf sechs Millionen Euro. Der Umsatz ging zwar um nur 3,3 Prozent auf 615,8 Mio. Euro zurück. Ohne Einbeziehung der 2009 übernommenen Kieler Landtechnik GmbH wären die Verkaufserlöse aber um fast 80 Mio. Euro geringer ausgefallen als im Vorjahr.

Dieser starke Rückgang geht auf das Konto deutlich niedrigerer Preise. Die gehandelten Mengen waren zum Teil deutlich höher als im Vorjahr. Zur Erinnerung: Der Preis für Weizen fiel seit seinem historischen Höchststand von bis zu 28 Euro je Doppelzentner im Jahr 2008 auf zwölf Euro, der für Raps von 50 auf 26 Euro.

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Reinhard Stieglitz, betonte in diesem Zusammenhang, dass 2008 ein „absolutes Ausnahmejahr“ gewesen sei und man nicht davon ausgegangen sei, daran anknüpfen zu können.

Für dieses Jahr erwarten er und RWZ-Finanzchef Detlef Beate einen ähnlich hohen Umsatz sowie einen Überschuss in Vorjahreshöhe. Große Unsicherheiten gebe es vor allem im Bereich Agrarhandel, weil man nicht wisse, wohin sich etwa die Getreidepreise entwickelten. Auch das Geschäft mit Landtechnik hängt von den Weltmarktpreisen ab. „Je besser die Erlöse der Landwirte, desto mehr Geld können sie in neue Technik investieren“, erklärte Stieglietz.

Im Handel mit Treibstoff und Heizöl erwartet die RWZ im laufenden Jahr höhere Umsätze infolge der steigenden Rohölpreise. In der Sparte Baustoffe wird sogar mit einem kräftigen Zuwachs gerechnet. Grund sind die Konjunkturprogramme der Bundesregierung, die der Bauwirtschaft noch bis Jahresende eine recht gute Auslastung bescheren dürften.

Die RWZ ist vor allem in Hessen, Thüringen und Niedersachsen aktiv, hat aber ihr Geschäft durch Zukäufe in Nord- und Ostdeutschland in den vergangenen Jahren stark auf andere Regionen ausgeweitet. Stieglitz sagte, dass dieser Expansionskurs fortgesetzt werden solle. „Wir wollen in allen Bereichen wachsen. Wenn sich gute Gelegenheiten für Käufe oder Beteiligungen ergeben, greifen wir zu“, sagte er. Konkrete Übernahmegespräche würden derzeit aber nicht geführt.

Gesellschafter der RWZ sind vor allem rund 60 hessische Volks- und Raiffeisenbanken, die etwa 90 Prozent der Anteile halten. Die restlichen zehn Prozent liegen bei großen Agrarbetrieben sowie beim Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken wie etwa der DZ Bank. Sie erhalten wie in den Vorjahren eine sechsprozentige Dividende auf das eingesetzte Kapital.

2009 investierte die RWZ 12,5 Mio. Euro. In diesem Jahr soll es eben so viel werden.

Von José Pinto

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