Wechsel an der Führungsspitze

Ralf Bethke verlässt K+S-Aufsichtsrat 

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Verlässt den Kasseler Kali- und Salzproduzenten: Ralf Bethke.

Kassel. Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S: Vorsitzender Dr. Ralf Bethke (74) scheidet nach neun Jahren aus dem Kontrollgremium aus.

Dies geschieht mit Ablauf seines Mandats zum Ende der Hauptversammlung am 10. Mai.

Künftig an der Spitze des Aufsichtsrates: Andreas Kreimeyer.

Ihm folgt Dr. Andreas Kreimeyer, der dem Aufsichtsrat seit zwei Jahren angehört. Der 62-jährige Diplombiologe war früher Vorstandsmitglied beim Ludwigshafener Chemieriesen BASF.

Verlässt ebenfalls sein Amt: Norbert Steiner.

Bethke hatte K+S von 1991 bis 2007 als Vorstandsvorsitzender geführt, bevor er 2008 Aufsichtsratschef wurde. Mit ihm scheidet auch der amtierende Vorstandschef Norbert Steiner (62) aus dem Amt. Sein Nachfolger wird der jetzige Finanzvorstand Dr. Burkhard Lohr. Konkrete Gründe für Bethkes Rückzug nannte K+S nicht. In seinem Umfeld werden Altersgründe angeführt.

Sowohl Steiner als auch Bethke droht weiterhin ein Strafprozess wegen illegaler Gewässerverunreinigung. Die Staatsanwaltschaft Meiningen hatte beide mit zwölf anderen K+S-Bediensteten und drei Mitarbeitern des Thüringer Landesbergamts wegen rechtswidriger Versenkung von rund 9,5 Mio. Kubikmetern flüssiger Salzabfälle zwischen 1999 und 2007 in Thüringen angeklagt.

Das Landgericht Meiningen lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, teils wegen Verjährung, teils mangels hinreichenden Tatverdachts. Die Nichtzulassungsbeschwerde der Anklagebehörde hiergegen liegt beim Oberlandesgericht (OLG) Jena. Eine Entscheidung – Fall erledigt oder doch ein Strafprozess – könnte noch vor Ostern fallen.

K+S hat auch wirtschaftlich ein turbulentes Jahr hinter sich. Am morgigen Donnerstag legt der Konzern seine Zahlen vor. Die sind alles andere als gut. Der Umsatz dürfte um 20 Prozent auf 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro gesunken sein. Das Vorsteuerergebnis brach um 70 Prozent auf 200 bis 260 Mio. Euro ein. Grund sind unter anderem lange Produktionspausen im Werk Werra infolge stark reduzierter Versenkerlaubnisse.

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