Ramsauer rüffelt deutsche Bahnindustrie

Berlin - Angesichts andauernder Technikschwierigkeiten mit neuen Zügen hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mehr Zuverlässigkeit bei der deutschen Bahnindustrie angemahnt.

„Die Hersteller Siemens und Bombardier, für die ich in der ganzen Welt offensiv werbe, haben offenbar ein Problem mit ihrer Lieferfähigkeit“, sagte Ramsauer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „So kann es nicht weitergehen.“ Gefragt, ob bald japanische oder chinesische Züge in Deutschland führen, sagte er: „Darüber wäre ich nicht glücklich. Aber um das zu vermeiden, muss die deutsche Bahnindustrie halten, was sie verspricht.“

Auch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als Zulassungsbehörde müsse dazu beitragen, dass es nicht zu unnötigen Verzögerungen komme, sagte Ramsauer. Es sei zu überlegen, ob zur Entlastung bei Genehmigungen in Teilbereichen auch Prüforganisationen wie TÜV oder Dekra eingeschaltet werden könnten. Bei den aktuellen Lieferschwierigkeiten lägen die Verantwortlichkeiten aber bei den Herstellern.

Die Deutsche Bahn als Großkunde muss wegen der Probleme in diesem Winter mit weniger neuen Zügen auskommen. Bis Jahresende sollen 26 der lange überfälligen Regionalzüge vom Typ „Talent 2“ von Bombardier Transportation für den Betrieb oder Schulungen aufs Gleis kommen. Ursprünglich war angestrebt worden, dass zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 60 Züge regulär einsetzbar sind. Auch bei 16 bestellten ICE-3-Zügen von Siemens gibt es weiterhin Verzögerungen.

Die Bahn braucht die neuen Züge, da sie vor allem im Winter bei Eis und Schnee knappe Reserven hat, wenn mehr Fahrzeuge mit Störungen ausfallen. Ramsauer hat sich in die schwierige Frage eingeschaltet und will Fortschritte regelmäßig überprüfen. Für Februar und April sind weitere Bestandsaufnahmen angekündigt.

dpa

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