Ramsauers Prognose zum Fluglotsen-Streik

Berlin - Am Mittwoch steht der womöglich letzte Einigungsversuch im Tarifstreit der Fluglotsen an. Wie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Chancen auf eine Annäherung einschätzt:

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So schlimm wäre ein Fluglotsen-Streik

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich vorsichtig optimistisch zum womöglich letzten Einigungsversuch im Tarifstreit der Fluglotsen geäußert. “Ich gehe mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50 Prozent davon aus, dass wir heute Abend ein für beide Seiten tragfähiges Ergebnis haben werden“, sagte Ramsauer am Mittwoch in Berlin. Er verwies darauf, dass zuletzt ein einziger, wenn auch durchaus gewichtiger Punkt von ursprünglich 30 strittigen Punkten zwischen den Tarifparteien noch offen sei.

Ihre Ansprüche beim Fluglotsen-Streik

Für Reisende ist es eine Horrorvorstellung: Streik am Flughafen, nichts geht mehr. Der Start in den Urlaub verzögert sich - oder die Rückreise. Das sollten Sie jetzt wissen: © dpa
Infos zu Flugausfall oder -verspätung? Wer eine Pauschalreise gebucht hat, wendet sich an seinen Veranstalter. Für Passagiere, die nur ein Flugticket haben, ist die Airline der richtige Ansprechpartner. © dpa
Am Flughafen gestrandet: © dpa
Am Flughafen gestrandet: Veranstalter oder Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich sind. Passagiere erhalten Essen und Getränke, meist in Form von Gutscheinen. Außerdem dürfen sie kostenlos zweimal telefonieren, Faxe verschicken oder E-Mails schreiben. © dpa
Wenn der Flug sich auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung im Hotel bezahlen. Wie viele Nächte das sind, wird noch vor Gericht verhandelt. Zumindest zwei Übernachtungen sind aber gesichert. © dpa
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel? Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. © dpa
Urlauber sollten nicht aus Verärgerung einfach ein Zugticket buchen, um einen Anschlussflug zu erwischen. Denn dann sei es fraglich, ob die Fluggesellschaft das Zugticket erstattet. © dpa
Hab ich Anspruch auf Schadenersatz? Nein. Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter sind nicht dafür verantwortlich, wenn wegen eines Fluglotsenstreiks Flüge ausfallen. © dpa
Es handle sich um einen Fall höherer Gewalt. (wie auch bei einer Aschewolke) Denn die Fluglotsen seien weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen “Drittstreik“ steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie eine EU-Verordnung zu Flugausfällen vorsieht. © dpa

Auf Initiative des Bundes als Eigentümer der Deutschen Flugsicherung wollen die Tarifparteien am Mittwoch nochmals verhandeln. An dem Gespräch an einem geheim gehaltenen Ort, das laut Ramsauer um 10.00 Uhr beginnen sollte, nimmt auch Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba teil. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht der erste bundesweite Fluglotsen-Streik.

Am vergangenen Freitag war die letzte Schlichtungsrunde ergebnislos abgebrochen worden. Hauptstreitpunkt war die Beförderung von Schicht- und Teamleitern. Die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Verhandlungen.

Der Vorstand der GdF sprach sich Anfang der Woche für einen Streik aus, erklärte sich aber noch einmal zu einem Gespräch mit der DFS bereit. Das Unternehmen beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter, darunter etwa 2000 Fluglotsen. Die GdF-Mitglieder haben im Sommer bereits per Urabstimmung für einen Streik gestimmt, der nach heftigen juristischen Auseinandersetzungen durch die Schlichtung vorläufig abgewendet worden war.

dpa

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