Offshore-Parks

Rasanter Ausbau der Windkraft auf dem Meer  - und der Stromkunde zahlt mit

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Ein Offshore-Windpark vor Rügen.

Die Offshore-Windkraft ist den Kinderschuhen entwachsen. Unternehmen können immer billiger neue Anlagen ins Meer bauen. Für Stromkunden ist das nicht nur positiv.

Der Ausbau der Windenergie auf dem Meer geht in Deutschland zügig voran. Im ersten Halbjahr kamen weitere 108 Windkraftwerke mit einer Leistung von 626 Megawatt neu ans Stromnetz, teilten mehrere Branchenverbände am Donnerstag in Berlin mit. Das entspricht ungefähr der halben Leistung eines großen Kohle- oder Atomkraftwerks. Zwei neue Offshore-Parks wurden planmäßig fertig.

Damit liefern nun insgesamt 1055 Anlagen mit einer Leistung von 4749 Megawatt Strom von der Nord- und Ostsee. Das entspricht ungefähr vier konventionellen Großkraftwerken. Sie produzierten allein in den ersten sechs Monaten 8480 Gigawattstunden Strom - das sind bereits rund 70 Prozent der gesamten Offshore-Produktion des Vorjahres.

Kunden finanzieren Windparks über Stromrechnung mit

Für die deutschen Verbraucher ist das eine zweischneidige Nachricht. Denn zurzeit ist der Strom aus Offshore-Windkraftwerken noch sehr teuer und muss von den Kunden über die Stromrechnung mitfinanziert werden. Offshore-Windparks, die in diesem Jahr ans Netz gehen, erhalten 15,4 Cent (für zwölf Jahre) oder 19,4 Cent (für acht Jahre) Einspeisevergütung je Kilowattstunde, das ist weit mehr als der Marktpreis. Die Verbraucher müssen im Gegenzug mit jeder Kilowattstunde Strom eine Ökostrom-Umlage von 6,88 Cent bezahlen.

Doch in Zukunft dürfte die Energie von den Küsten billiger werden. In einer Ausschreibung erhielten im Frühjahr bereits Windparks einen Zuschlag, die ab Mitte der 2020er Jahre ohne öffentliche Förderung auskommen sollen und sich allein über den Markt finanzieren.

Branche fühlt sich ausgebremst

Vor diesem Hintergrund fordert die Windkraftbranche, die Ausbauziele für die Windenergie auf See wieder heraufzusetzen. „Die derzeitigen Ausbauziele der Bundesregierung, die in den 2020er Jahren einen jährlichen Zubau zwischen 500 und 840 Megawatt vorsehen, bremsen die Entwicklung der Offshore-Windindustrie am Standort Deutschland“, heißt es in der Mitteilung.

Die Regierung hatte die Ausbauziele wegen der zunächst hohen Kosten von 25 auf 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 herabgesetzt. Nun will die Branche 20 Gigawatt bis 2030 und 30 Gigawatt bis 2035 durchsetzen. Das wäre mehr als das Sechsfache der heute installierten Leistung. Entscheiden wird darüber erst die nächste Bundesregierung.

dpa

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