Ratio investiert in die Umwelt: Die neue Kühlanlage spart 50 Prozent Energie

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Hier wird die Temperatur reguliert: Ralf Zierenberg (links) und Stefan Gerlach an der Steuerung der Kühlanlage.

Sie soll für die richtige Temperatur sorgen und dabei die Umwelt schonen: Die Kühlanlage im neuen Ratio SB-Warenhaus hält Eis, Tiefkühlspinat und Pizza kalt – und die Kunden im Winter warm.

„Die neue Anlage hat eine gleichmäßigere Laufleistung“, sagt Stefan Gerlach, Abteilungsleiter Einrichtung und Ladenbau bei Edeka Hessenring. „Das heißt, wir vermeiden Lastspitzen, senken den Energieverbrauch und somit die Kosten.“

So wie bei einem Haushalts-Kühlschrank springen die Verdichter, die der Luft in den Kühlregalen und -truhen die Wärme entziehen, nur dann an, wenn in den Kühlfächern eine bestimmte Temperatur überschritten wird. Im Vergleich zu älteren Anlagen wird diese Temperatur jedoch deutlich präziser gemessen und intelligent vom System gesteuert. „Im Endeffekt laufen die Verdichter sogar länger als bisher, dafür aber mit deutlich weniger Energieaufwand“, sagt Gerlach. „Im Vergleich zu einer alten Anlage, wie sie hier bisher im Einsatz war, sparen wir so 50 Prozent Energie.“

Heizen mit überschüssiger Wärme

750 Liter bei 60 Grad: Der Wassertank bezieht seine Energie aus der Abwärme der Kühlanlage.

Erreicht wird diese Effizienz auch durch die Wärmerückgewinnung. „Die Wärme, die wir der Luft für die Tiefkühlabteilung entziehen, wird in den Markt eingeleitet“, erklärt Ralf Zierenberg von Edeka. „Früher wurde diese Luft einfach rausgepustet, da hat man gar nicht drüber nachgedacht.“ Stattdessen wird die überschüssige Warmluft nun für die Heizung des Marktes und für die Heißwasser-Erzeugung genutzt. Dazu wird die Wärme mit etwa 1000 Kilogramm Kühlflüssigkeit transportiert, die mit einem Druck von etwa 16 Bar durch den Kreislauf der Anlage gepumpt werden.

Das so erhitzte Wasser wird zum Beispiel in der Fleischabteilung benötigt, um Messer und Geschirr hygienisch zu reinigen. „Wir haben einen Wassertank mit 750 Litern, die ständig auf 60 Grad gehalten werden – ohne, dass wir Energie zuführen müssen“, sagt Stefan Gerlach. „Erst die Erhitzung auf 85 Grad, die wir zur Reinigung brauchen, erfolgt dann elektrisch.“

Warenschonendes Abtauen

Ein weiterer Vorteil der Anlage, die vom Bielefelder Planungsbüro Ecoplan und der Kältefachfirma Meilbeck aus Grünberg bei Gießen geplant und installiert wurde: kürzere Abtauzeiten. Statt elektrischen Heizspiralen kommt dabei heißes Gas zum Einsatz, dass durch die Verdampfer – also die Kühllamellen – geleitet wird. „Dadurch tauen die Verdampfer viel schneller ab. Bei alten Anlagen dauerte das bis zu 40 Minuten, in denen die Ware ohne Kühlung war – jetzt ist in zehn Minuten alles erledigt“, sagt Gerlach.

Wird das Gas eingeschossen, werden zudem die Ventilatoren in den Kühlfächern angehalten. Die wärmere Luft wird somit nicht verteilt und die Ware wird keinen wärmeren Temperaturen ausgesetzt. „Die Kerntemperatur beim Fleisch ändert sich zum Beispiel gar nicht beim Abtauen“, erklärt Ralf Zierenberg. „Und das Gemüse hat gar keine Chance, anzutauen. Es bilden sich keine Eisklumpen, und die Erbsen bleiben locker in der Packung.“

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