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Blackout in Deutschland? Stromausfälle lokal möglich – sagen die Netzbetreiber

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Von: Oliver Schmitz

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Energiekrise: Jetzt werden auch mögliche „Blackouts“ diskutiert. Laut Netzbetreiber Amprion sind Stromausfälle in Winter tatsächlich möglich.

Köln – Die aktuelle Energiekrise könnte vor allem im kommenden Winter gravierende Folgen für Privathaushalte haben. Die Gaspreise steigen massiv an. Und jetzt werden auch die Stimmen immer lauter, die vor möglichen „Blackouts“ warnen. Während flächendeckende und tagelange Stromausfälle eher unwahrscheinlich sind, sei das „kontrollierte Abschalten von Verbrauchern als ‚ultima ratio‘“ durchaus möglich. Das sagt ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers Amprion mit Sitz in Dortmund gegenüber 24RHEIN von IPPEN.MEDIA.

Amprion: Gezielter „Stromausfall“ regional möglich – Blackouts eher nicht

Im schlimmsten Fall müssen also auch Privathaushalte im Winter mit Stromausfällen rechnen. Jedoch würden Verbraucher höchstens für „einen kurzen Zeitraum keinen Strom haben“, sagt der Amprion-Sprecher. Zudem wären die Abschaltungen dann auch „regional begrenzt“. Wo es genau dazu kommen könnte, lässt sich laut Amprion nicht im Vorfeld sagen, da das immer von der aktuellen Situation im Stromnetz abhänge.

Was macht „Amprion“?

Als einer von vier sogenannten „Übertragungsnetzbetreibern“ ist Amprion maßgeblich für die Strom-Infrastruktur in Deutschland zuständig. Das Unternehmen betreibt ein rund 11.000 Kilometer langes Stromnetz und kümmert sich dabei vor allem um die Instandhaltung. Amprion agiert überwiegend in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Aber auch in einigen Regionen von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern. Die drei anderen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland sind Tennet TSO, 50Hertz Transmission und TransnetBW.

Amprion zufolge würden den gezielten Stromausfällen aber so oder so „eine Reihe von Maßnahmen“ vorausgehen. Mit einem wirklichen Blackout, „also einem unkontrollierten Zusammenbruch des europäischen Stromsystems“, rechnet das Unternehmen unter den „aktuellen Rahmenbedingungen“ nicht. Dennoch bereiten sich einige Städte, beispielsweise Köln, bereits auf tagelange Stromausfälle vor.

Blackout-Gefahr: Strom-Versorgung im Winter „äußerst angespannt“

Menschen sitzen bei Kerzenlicht in einer Wohnung.
Regionale Stromausfälle sind im Winter möglich, sollen aber als letztes Mittel dienen. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Gemeinsam mit den drei anderen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland hat Amprion Sonderanalysen für die Strom-Versorgungssituation im kommenden Winterhalbjahr aufgestellt. In allen betrachteten Szenarien sei die Lage „äußerst angespannt“. In zwei kritischen Fällen, könnte es immer mal wieder einige Stunden „nicht genug Strom“ geben, erklärt der Amprion-Sprecher. Die Folge: Es käme zu Stromausfällen.

Notfallvorrat als Vorbereitung auf einen Katastrophenfall

Gasumlage verständlich erklärt

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Damit diese „worst cases“ nicht eintreten, haben die Strom-Netzbetreiber der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Dieses sieht unter anderem die Verfügbarkeit von Atom-Kraftwerken vor. Der Bund hatte zuletzt angekündigt, zwei AKWs in Reserve halten zu wollen. (os)

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