Regierung braucht Geld: Flugtickets werden teurer

Berlin - Eine neue Steuer auf Flugtickets soll dem Finanzminister eine Milliarde Euro pro Jahr in die Kasse spülen. Die Luftfahrtbranche ist alarmiert. Wie teuer kommt das den Fluggästen? Mit Video:

Die Bundesregierung will Fluggästen zur Sanierung des Staatshaushaltes tief in die Tasche greifen. Eine Steuer auf Flugtickets soll Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Milliarde Euro pro Jahr in die chronisch klamme Kasse spülen, wie aus einem Gesetzesentwurf hervorgeht. Die Koalition will für Flüge von deutschen Flughäfen eine Steuer von 13 oder 26 Euro erheben - je nach Länge der Flugstrecke.

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Die Luftfahrtbranche läuft Sturm gegen das Gesetz. Sie befürchtet, dass die Passagiere reihenweise zu Flughäfen im Ausland abwandern oder gar nicht mehr fliegen. An der Börse gaben die Aktien von Lufthansa und Air Berlin nach. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold: "Also, wir sind immer noch in der Lage, die Preis-Leistungen umzusetzen, aber es wir Arbeitsplätze kosten, es wird natürlich eine Reduzierung des Flugverkehrs und Abwanderung in die benachbarten Staaten geben. Die Holländer, die haben das bitter erfahren, sie hatten diese ökologische Abgabe und haben einen volkswirtschaftlichen Schaden von 1,3 Milliarden gehabt. Sie haben´s nach einem Jahr wieder eingestellt, weil sie bittere Erfahrungen gemacht haben und die Belgier haben´s gar nicht erst eingeführt und insofern wundert es mich, dass die Bundesregierung diesen Lernprozess nicht gemacht hat."

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Auf Kurzstrecken innerhalb von Europa, Nordafrika und Russland sollen Fluggäste künftig eine Steuer von 13 Euro zahlen, auf Langstrecken 26 Euro - egal mit welcher Fluggesellschaft sie verreisen. Fällig wird die Abgabe bei einem Abflug von einem deutschen Flughafen. Ausgenommen ist der Umsteigeverkehr, der hauptsächlich über die großen Drehkreuze in Frankfurt und München läuft. Außerdem gilt die Steuer nicht für Fracht- und Militärflüge und auch nicht für Privatjets. Der Entwurf geht nun in die Abstimmung der Ministerien untereinander und kann vor dem Anfang September geplanten Kabinettsbeschluss noch verändert werden. Danach berät der Bundestag. Zu den Verlierern dürften nach Einschätzung von Analysten vor allem Billigflieger gehören und jene Flughäfen, die von ihnen angeflogen werden - etwa der Hunsrück-Flughafen Hahn, Hannover oder Berlin.

mm/tz

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