Rekord bei Benzinpreisen: ADAC fordert Erhöhung der Pendlerpauschale

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Trübe Aussichten für Autofahrer: Die Spritpreise an den Tankstellen befinden sich aktuell wieder auf Rekordniveau. ADAC und Steuerzahlerbund fordern eine Erhöhung der Pendlerpauschale.

Berlin/Hamburg. Nach dem teuersten Tankjahr aller Zeiten müssen die Autofahrer in Deutschland gleich zu Beginn des Jahres wieder Rekordpreise an den Zapfsäulen bezahlen. Weil vom Markt keine Entlastung zu erwarten ist, wird der Ruf nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale lauter.

Was wird als Konsequenz aus der Preisexplosion an der Zapfsäule gefordert?

ADAC-Präsident Peter Meyer fordert, dass Verbraucher mehr als die bisherigen 30 Cent je Kilometer an Pendlerpauschale beim Weg zur Arbeit von der Steuer absetzen können. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl-Heinz Däke, fordert 40 Cent.

Deckt die aktuelle Pauschale die Kosten?

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Nein, sagt der Steuerzahlerbund. Bei zehn Kilometern Entfernung zur Arbeit gebe es bei 220 Arbeitstagen für Fahrer eines Golf (Benziner) eine jährliche Lücke von 233 Euro und bei 30 Kilometern von 700 Euro. Bei 50 Kilometern wären es bei Golffahrern schon 1166 Euro. Als Basis wurden tatsächliche Kosten von 40,6 Cent je Kilometer genommen.

Was will die Bundesregierung tun?

Erst einmal nichts, auch wenn Energieexperten befürchten, dass das Öl-Embargo gegen den Iran in den nächsten Monaten die Spritpreise auf hohem Niveau halten könnte. Eine Überprüfung der Entfernungspauschale ist im Augenblick aber nicht angedacht, heißt es von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die Entfernungspauschale sei eine verkehrsmittelunabhängige Pauschale. Den Staat kostet die Pauschale steuerliche Mindereinnahmen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro jährlich.

Was könnte man tun, wenn die Pauschale nicht erhöht wird?

Bei den meisten Arbeitnehmern wird die Pauschale bereits mit den Werbungskosten abgedeckt. Der Automobil Club Europa schlägt zur Entlastung vor, den Aufwand für die Fahrt zur Arbeit nicht mehr als Werbungskosten auszuweisen, sondern direkt von der Steuerschuld abziehen zu können. Damit stünde jedem Pendler unabhängig vom Verdienst für jeden Kilometer die gleiche Entlastung zu.

An welchen Stellen könnte sonst noch gedreht werden?

Eine Senkung der steuerlichen Abgaben im Kraftstoffbereich könnte die Verbraucher entlasten. Laut Bundesverband mittelständische Wirtschaft fließen dem Staat jährlich über 40 Milliarden Euro aus der Mineralölsteuer zu. Der Fiskus verdient zudem an den höheren Spritpreisen über höhere Mehrwertsteuereinnahmen. Bei geringeren Energiesteuern sei es aber nicht sicher, dass dies an die Autofahrer weitergegeben wird. Der ADAC rät Autofahrern als Sofortmaßnahme zum spritsparenden Fahren, also mit einer niedrigen Motordrehzahl und dem richtigen Reifendruck. (dpa)

Von Georg Ismar und Eckart Gienke

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