Volkswagen fährt im ersten Halbjahr 6,5 Mrd. Euro Konzernergebnis ein

Rekorde sind nicht genug

Blick in einen Auto-Turm in der Autostadt Wolfsburg: Volkswagen baut seinen weltweiten Marktanteil auf 12,4 Prozent aus.

Wolfsburg/Baunatal. Volkswagen setzt seinen Weg an die Spitze der Autoliga mit unverminderter Geschwindigkeit fort. Im ersten Halbjahr hat Europas größter Autobauer seinen Weltmarktanteil von 11,7 auf 12,4 Prozent ausgebaut und den Gewinn nach Steuern auf 6,5 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um gut ein Viertel auf 77,8 Mrd. Euro.

Positiv fiel auch der Ausblick aus: Umsatz und operatives Ergebnis sollen 2010 „deutlich übertreffen“, ließ VW-Vorstandschef Martin Winterkorn selbstbewusst wissen. Bisher hatte VW allenfalls Verbesserungen bei Absatz, Umsatz und Ergebnis angekündigt. Doch weder Winterkorns Optimismus, noch die Rekorde reichten der Börse gestern. Zeitweise gab die Aktie über sieben Prozent nach. Um 17.30 Uhr notierte sie bei 138 Euro, 4,2 Prozent weniger als am Tag zuvor.

Beim Gewinnsprung der Wolfsburger spielte auch die Neubewertung von Optionen zum Kauf des verbliebenen Anteils am Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche eine maßgebliche Rolle. Das anteilige Ergebnis des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens brachte weitere 1,2 (0,8) Mrd. Euro ein.

Die Kernmarke VW steuerte zum Gewinn 2,1 Mrd. Euro bei, nach einer Mrd. Euro im Vorjahr. Der Löwenanteil kam aber erneut von Audi. Die Ingolstädter steigerten den Absatz um 15,3 Prozent und verdienten mit 2,5 Mrd. Euro mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Nettoliquidität erhöhte sich um weitere 0,8 auf 19,4 Mrd. Euro. In diesem Jahr wird VW beim Absatz wohl erstmals die Acht-Millionen-Marke knacken. Im Vorjahr wurden 7,3 Mio. Wagen ausgeliefert. Im ersten Halbjahr sind bereits 4,09 Mio. Autos an Kunden übergeben worden.

Etwa die Hälfte der Getriebe dafür stammt aus Baunatal. Dass es derzeit so gut für die Niedersachsen läuft, haben sie vor allem dem anhaltenden Nachfrageboom in den Schwellenländern China und Brasilien sowie den USA zu verdanken.

Positiv wirke sich dabei die Kostenstruktur im Konzern aus, die fortlaufend optimiert wird. Viel verspricht sich VW dabei vom modularen Baukastensystem. Dabei werden Gesamtsysteme aus standardisierten Einzelbauteilen vor der Montage zusammengesetzt. Das macht die Fertigung günstiger.

Bis 2018 will der Konzern mit den Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche oder Scania bei zehn Millionen Fahrzeugen liegen und der größte Autobauer der Welt werden. „Die anhaltend hohe Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten gibt uns Rückenwind und unsere zahlreichen neuen Modelle sorgen für zusätzlichen Schub“, gab sich Winterkorn zuversichtlich. Gefahr sieht er in schwankenden Wechselkurse sowie hohen Rohstoffpreisen.

Von Martina Wewetzer

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