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Änderung bei der Rente: Frührentner dürfen bald deutlich mehr dazuverdienen

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Von: Karolin Schäfer

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Wer früher in Rente geht, soll künftig grenzenlos hinzuverdienen dürfen.
Wer früher in Rente geht, soll künftig grenzenlos hinzuverdienen dürfen. (Symbolfoto) © Ralf Homburg/imago

Frührentner dürfen künftig unbegrenzt hinzuverdienen. Wer frühzeitig in Rente gegangen ist, muss nicht mehr mit Abzüge rechnen.

Berlin – Es kommt wieder Bewegung ins Renten-System. Diesmal können Rentner:innen aufatmen, die sich in Frührente befinden. Denn: Die Bundesregierung hat die geltende Grenzen für einen Hinzuverdienst bei vorgezogener Altersrente gestrichen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch (31. August) den Wegfall der bisher geltenden Hinzuverdienstgrenze zum 1. Januar 2023 bei vorgezogenen Altersrenten.

Im Zuge der Corona-Pandemie war die Zuverdienstgrenze vorübergehend bereits deutlich angehoben worden. Zuletzt lag sie bei 46.060 Euro pro Jahr. Hiermit habe die Regierung „gute Erfahrungen gemacht“, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Regierung ermögliche „nun dauerhaft, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel zu gestalten.“ Wer vor dem regulären Rentenalter in den Ruhestand gegangen ist, muss künftig nicht mehr aufpassen, wie viel monatlich dazuverdient wird.

Frührentner sollen künftig uneingeschränkt dazuverdienen dürfen

Bislang galt: Wer als Frührentner noch arbeitet, musste mit einer Minderung des Rentenbeitrages rechnen. In einigen Fällen konnte sogar der Rentenanspruch entfallen. Das galt auch für die vorgezogene Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren. Die bisherige Gesetzeslage sah ab 2023 lediglich einen Nebenverdienst von 6300 Euro im Jahr anrechnungsfrei vor. Nur Senioren, die bereits die reguläre Altersgrenze erreicht hatten, durften bereits unbeschränkt dazuverdienen.

GeburtsjahrRenteneintrittsalter und Renteneintritt
195665 Jahre und 10 Monate (Renteneintritt ab 2021)
195765 Jahre und 11 Monate (Renteneintritt ab 2022)
195866 Jahre (Renteneintritt ab 2024)
195966 Jahre und 2 Monate (Renteneintritt ab 2025)
196066 Jahre und 4 Monate (Renteneintritt ab 2026)
196166 Jahre und 6 Monate (Renteneintritt ab 2027)
196266 Jahre und 8 Monate (Renteneintritt ab 2028)
196366 Jahre und 10 Monate (Renteneintritt ab 2029)
ab 196467 Jahre (Renteneintritt ab 2031)

Außerdem werde die entsprechende Grenze für Beziehende von Erwerbsminderungsrenten erhöht. Diese soll auf rund 17.000 Euro im Jahr angehoben werden, berichtete die FAZ im Vorfeld der Entscheidung. Wer nach dem Renteneintritt also doch wieder mehr arbeiten möchte, könne dies nun unbesorgt tun, sagte Johannes Vogel, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, der Frankfurter Allgemeine Zeitung vorab.

„Wir können es uns nicht leisten, auf diese Menschen und ihr großes Erfahrungswissen zu verzichten“, so Vogel. Zudem sei die Rente eine Beitragszahlung und keine Sozialleistung. Bundesarbeitsminister Heil spricht von einem „wichtigen Signal für erwerbsgeminderte Menschen“. Diesen solle mit der neuen Regelung „eine Brücke in den Arbeitsmarkt“ gebaut werden.

Frührente: Keine Hinzuverdienstgrenze mehr – „Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken“

Mit der Gesetzesänderung soll auch der bestehende Fachkräftemangel gemindert werden. „Durch die damit einhergehende Flexibilität beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand kann ein Beitrag geleistet werden, dem bestehenden Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Gesetzesentwurf vorab.

Frührente: Hinzuverdienstgrenze wegen Corona angehoben

Bei der Hinterbliebenen-Rente hingegen wird weiterhin das Einkommen angerechnet, sobald es den Freibetrag übersteigt. Wer beispielsweise Witwen-Rente bezieht und nebenbei arbeitet, muss mit Abzügen rechnen. Der Freibetrag liegt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung in den alten Bundesländern bei 950,93 Euro und in den neuen Bundesländern bei 937,73 Euro. (kas/dpa)

Zuletzt hatte sich die Bundesregierung für eine Rentenerhöhung entschieden. Die Bezüge im Westen Deutschlands haben sich im Juli um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent erhöht.

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