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„Rente mit 63“ immer beliebter – Babyboomer nehmen Abschläge in Kauf

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Von: Tanja Banner

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Viele aus der Generation der „Babyboomer“ nutzen die „Rente mit 63“ und gehen mit Abschlägen frühzeitig in Rente, zeigen neue Daten.

Kassel – In den Jahren 2000 bis 2015 hat die Zahl der Menschen, die im Alter zwischen 60 und 64 Jahren noch arbeiteten, stark zugenommen. Getrieben wurde der Trend von Personen, die zwischen 1940 und 1950 geboren wurden. Doch nun ist der Trend offenbar vorbei, wie eine Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt.

Derzeit verabschieden sich viele der sogenannten Babyboomer (etwa Mitte 1950 bis Mitte 1960 geboren) bereits mit 63 oder 64 Jahren vom Arbeitsmarkt in die Rente – also deutlich vor der Regelaltersgrenze, die aktuell bei Menschen mit Geburtsjahr 1960 bei 66 Jahren und 4 Monaten liegt.

Viele Babyboomer nutzen die „Rente mit 63“

„Eine wichtige Rolle spielt hierbei die seit 2014 bestehende Möglichkeit des frühzeitigen Rentenbezugs ohne Abschläge für besonders langjährig Versicherte, die sogenannte ‚Rente mit 63‘“, heißt es in einer BiB-Mitteilung. 2021 habe fast jede dritte Person, die in Rente ging, diesen Weg gewählt.

Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen demnach ebenfalls, dass in den letzten Jahren vermehrt Menschen vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gehen und dafür Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf nehmen. Im Mittel gehen Menschen nach Angaben des BiB bereits knapp 28 Monate vor der Regelaltersgrenze in Rente.

Zwei Rentner schauen im Herbst über ein Tal.
Die Babyboomer nehmen das Angebot der „Rente mit 63“ gerne an. (Symbolbild) ©  Science Photo Library/Imago

„Rente mit 63“: Babyboomer gehen früh in Ruhestand – schlecht für den Arbeitsmarkt

Während das für die Neu-Renter- und -Rentnerinnen sicherlich eine positive Entwicklung ist, ist sie für den Arbeitsmarkt schlecht. Die Babyboomer-Jahrgänge sind groß – gehen viele Menschen frühzeitig in Rente, verstärkt das den Mangel an erfahrenen und qualifizierten Arbeitskräften. „Die stagnierenden Zahlen zeigen, dass die Ausweitung der Erwerbstätigkeit in höhere Alter kein Selbstläufer ist“, fasst Elke Loichinger, Forschungsgruppenleiterin am BiB, zusammen. Um Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben zu halten, müssten Anreize deutlich vor dem Eintritt in den Ruhestand erfolgen. „Wenn der Ruhestand erst einmal erfolgt ist, kommen nur wenige ins Erwerbsleben zurück“, so Loichinger.

Ob sich der Trend auch bei den jüngeren Babyboomern, die nach 1960 geboren wurden, fortsetzen wird, bleibt abzuwarten, da die Jüngeren aufgrund der regelmäßigen Anhebung des Regelrentenalters etwas länger arbeiten müssen als ältere Jahrgänge. Es ist auch schwer abzuschätzen, inwieweit Rentenabschläge für den Vorruhestand in Kauf genommen werden.

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Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen, wie viel Rente Menschen in Deutschland bekommen.

Die Regelaltersgrenze für die Rente erhöht sich bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Personen, die 1964 oder später geboren wurden, können künftig erst mit 67 ohne Abschläge in Rente gehen. (tab)

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