Finanzielle Vorteile durch die Ehe

Rente, Steuern, Krankenversicherung: Wann die Hochzeit gut fürs Geld ist

Oft sprechen schnöde finanzielle Gründe für – oder auch gegen – den Weg zum Standesamt. Wie wirkt sich die Eheschließung auf die soziale Absicherung aus?

Rente und Alterssicherung

5,4 Millionen Witwen und Witwer beziehen Hinterbliebenenrente. Wer auf den Trauschein verzichtet hat, geht dagegen nach dem Tod des Partners leer aus. Den Hinterbliebenenschutz gibt es bei der gesetzlichen Rente ohne Aufpreis dazu.

Wer nach dem Tod seines Ehepartners noch mal heiratet, verliert die Witwen- beziehungsweise Witwerrente. Dafür gibt es aber als Abfindung auf Antrag 24 Hinterbliebenenrenten auf einen Schlag.

Versorgungsausgleich

Partnerschaften scheitern häufig – egal ob mit oder ohne Trauschein. Doch nur für Verheiratete greift dann der Versorgungsausgleich. Dieser ist vor allem für den Partner in der Ehe ein Segen, der weniger verdient (hat). Wenn eine Ehe scheitert, geht es nämlich ans Teilen. Auch die Rentenansprüche, die die Partner in der Ehezeit erworben haben, werden dabei halbiert. Beispiel: Partner A hat insgesamt 1000 Euro Rentenansprüche erwirtschaftet, Partner B nur 200 Euro. Die Folge: Der besser abgesicherte Partner muss dann genau 400 Euro abgeben.

Bei Ehen, die bereits in den ersten drei Jahren scheitern, erfolgt der Versorgungsausgleich nicht automatisch. Dieser muss extra beantragt werden. Wenn es zwischen den Partnern etwas auszugleichen gibt, lohnt es sich, beim Familiengericht einen solchen Antrag zu stellen.

Steuerersparnis

Gut verdienender Arzt heiratet schlecht verdienende Krankenschwester – unter steuerlichen Gesichtspunkten ist das nach wie vor ein Treffer. Denn durch das Splittingverfahren spart das Paar einiges an Steuern. Verheiratete haben bei den Steuerklassen einen Gestaltungsspielraum. Das kann sich gegebenenfalls beim Eltern- oder Arbeitslosengeld auszahlen.

Krankenversicherung

Ehepaare können unter Umständen von der kostenlosen Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen profitieren. Ein Partner, der nur Einkommen aus einem Minijob beziehungsweise bei sonstigen Einkünften monatlich maximal 415 Euro zur Verfügung hat, kann über den pflichtversicherten Partner ohne eigenen Beitrag mitversichert sein. Dies gilt meist auch für Kinder.

Bringt einer der Partner Kinder mit in die Ehe, hat der andere kinderlose Partner noch zusätzliche Vorteile. Arbeitslose mit Kind bekommen zum Beispiel mehr Arbeitslosengeld.

Kindergeld

Wichtig für junge Paare: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 5. März 2014 schadet eine Eheschließung beim Kindergeld nicht mehr. Die Eltern einer 23-jährigen Studentin erhalten also auch dann Kindergeld, wenn ihre Tochter heiratet – selbst wenn der Partner ordentlich verdient (Az.: XI R 32/13). (bia)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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