Kaiser's Tengelmann

Rewe und Edeka einigen sich über Filialaufteilung in Berlin

+
Es gibt eine Einigung bei der Filialaufteilung in Berlin. Foto: Federico Gambarini/Archiv

Im Ringen um die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann sind die Konkurrenten Rewe und Edeka einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Doch noch immer sind entscheidende Details nicht geklärt.

Köln (dpa) - Gute Nachrichten für die 15 000 Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann: Edeka und Rewe haben im Streit um die Zukunft der Supermarktkette die wohl größte Hürde aus dem Weg geräumt. Die Supermarktketten verständigten sich untereinander über die Aufteilung der Filialen von Kaiser's Tengelmann.

Das bestätigten Sprecher beider Unternehmen. Abgeschlossen sind die Verhandlungen damit aber noch nicht. Nach wie vor offen sei der Kaufpreis. Und auch Details des Kaufvertrages müssten noch ausgehandelt werden, hieß es bei Rewe. Dennoch war in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen von einem wichtigen Fortschritt die Rede.

Tengelmann, Edeka und Rewe hatten sich bereits vor zwei Wochen in einem von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geleiteten Schlichtungsverfahren auf die Grundzüge eines Kompromisses geeinigt. Im Mittelpunkt stand schon damals die Aufteilung des Kaiser's Tengelmann-Geschäfts in Berlin auf die beiden Handelsriesen. Doch erwies sich das Aushandeln der Details danach als schwieriger als erwartet. Zeitweise war sogar von einem möglichen Scheitern der Gespräche die Rede. Dieser Konflikt ist zumindest gelöst. Ob es auch Änderungen bei den Filialen in Bayern und in Nordrhein-Westfalen gibt, war zunächst offen.

Mit der Einigung scheint ein Ende des nun schon seit zwei Jahren schwelenden Konflikts um die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka in greifbare Nähe gerückt. Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, seine tiefrote Zahlen schreibende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen.

Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.

Rewe will seine Klage allerdings erst zurückziehen, wenn die Einigung unter Dach und Fach ist. Kaiser's Tengelmann beschäftigt heute in gut 400 Filialen in München und Oberbayern, im Großraum Berlin und im Rheinland noch rund 15 000 Mitarbeiter. Der Vollzug der Ministererlaubnis würde den Kaiser's Tengelmann-Beschäftigten, dank der Vorgaben der Ministererlaubnis eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie bescheren.

Bei einem Scheitern der Verhandlungen hätten eine schnelle Zerschlagung der Kette und der Verlust tausender von Arbeitsplätzen gedroht. Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte die ersten Maßnahmen dazu bereits vor dem Schlichtungsgespräch eingeleitet, die Verkaufsbemühungen aber während der Verhandlungen ausgesetzt.

Unterdessen bahnt sich zwischen Edeka und Rewe schon der nächste Konflikt an. Denn Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte am Dienstag den Eingang der Klage. Zuerst hatte die "Lebensmittel Zeitung" über die Beschwerde berichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.