Göttinger Unternehmen xplace entwickelt elektronische Einkaufsberater

Rezepte aus dem Terminal

So erlebt es der Kunde: Mehr als eine Millionen Datensätze hat xplace gesammelt. Foto: nh

Göttingen. Was koche ich heute? Welcher Wein passt zum Gericht? Lust auf Fleisch, Fisch oder vegetarisches? Das Göttinger Technologieunternehmen xplace GmbH hat einen Rezept- und Weinberater entwickelt, welcher genau diese Fragen beantwortet.

Seit Dezember 2010 hat das Unternehmen 300 dieser Terminals in Supermärkten aufgestellt. „Unser Ziel sind 3000 Stück“, sagt Geschäftsführer Michael Volland. Das Prinzip des Rezeptberaters ist simpel: Der Kunde wählt ein Gericht, der Automat druckt es inklusive Einkaufsliste. Anschließend kann er sich vom Weinberater das passende Tröpfchen empfehlen lassen.

Damit begibt sich xplace auf neues Terrain. Bisher wurden diese POS-Systeme nur im Multimedia-Bereich platziert. POS-Systeme sind Werbedisplays, so genannte Kiosksysteme. Die Monitore sind mit einem Sensorbildschirm ausgestattet, der auf Berührung reagiert. Diese Systeme werden mittlerweile in fast allen Media Märkten und Saturn Filialen eingesetzt.

Dort übernehmen sie unter anderem die Musikberatung. „Wer etwa einen Song von Nena sucht, gibt den Namen oder Titel ein und schon schallt die gesuchte Musik aus den Kopfhörern“, erklärt Volland das System.

Die Geräte informieren aber auch über Angebote. In der Computerabteilung helfen sie bei der Wahl der richtigen Druckerpatrone. „Die Displays sind genauso leicht und intuitiv zu bedienen wie ein herkömmlicher EC-Automat“, erläutert Volland.

Allein im Mediabereich hat xplace mehr als eine Millionen Daten gesammelt. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein beschäftigt das Unternehmen rund 60 Mitarbeiter, die täglich recherchieren und die Informationen in die Datenbanken einpflegen. Zusätzlich durchforsten jeden Monat mehrere Mitarbeiter große Referenzmärkte in Hamburg und Köln, um die Datenbanken mit Musik- und DVD-Neuheiten zu füttern.

Die Erfolgsstory von xplace basiert auf einer eigenen Software-Entwicklung, die die Basis für alle Terminals bildet. In sechs verschiedenen Gehäusen steckt stets das selbe System. Der Kunde entscheidet sich je nach Anforderung für einen Gehäusetyp. Entwickelt wurde die Idee von den Firmengründern Michael und Peter Volland, Marco Wassermann und Florian Brinkmann.

Die Jungunternehmer starteten 2002 mit 70 000 Euro Eigenkapital. Bereits ein Jahr später gewannen sie die Gründerpreis der Stadt Göttingen. Zeitgleich wurden die ersten Endgeräte bei Saturn installiert. Seitdem wurden an 1400 Standorten etwa 11 000 Geräte aufgestellt.

2004 lag der Umsatz noch bei 160 000 Euro. Im vergangenen Jahr verdoppelten sie den Umsatz von 7,8 auf 15,7 Mio. Euro. Mittlerweile beschäftigt xplace 180 Mitarbeiter, davon 160 in Göttingen. Das Unternehmen besitzt Tochtergesellschaften in Großbritannien, Russland und Spanien sowie Vertriebsbüros in 17 weiteren Ländern.

Von Alia Shuhaiber

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