Neue Aufträge für Werk Kassel sichern Arbeitsplätze - Beschäftigungsschub durch Schützenpanzer Puma

Rheinmetall fährt Rekorde ein

Wird erst im kommenden Jahr für einen Beschäftigungsschub in Kassel sorgen der neue Schützenpanzer Puma. Er gilt als bester seiner Art weltweit. Archivfotos: Rheinmetall/nh

kassel/düsseldorf. Der Rheinmetall-Konzern prognostiziert nach dem Rekordjahr 2010 für 2011 einen spürbaren Umsatzanstieg sowie ein kräftiges Plus beim operativen Ergebnis. Das erklärte der Vorstandschef des Düsseldorfer Autozulieferers und Wehrtechnik-Produzenten, Klaus Eberhardt, am Mittwoch bei Vorlage der Bilanz. Der Kurs der Aktie stieg gestern in einem schwachen Umfeld um 0,35 Prozent auf 54,75 Euro.

Von der guten Entwicklung profitiert auch das Werk Kassel mit seinen 950 Beschäftigten, das gerade zwei neue Aufträge von der Bundeswehr bekommen hat. So werden die nordhessischen Rüstungsspezialisten vier Bergepanzer des Typs Büffel umfassend für den Einsatz in Afghanistan modernisieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Schutz vor Beschuss mit Raketen, Panzerfäusten und Granaten sowie vor besonders gefährlichen Sprengfallen, die der Gegner für die Besatzungen unsichtbar in den Fahrwegen einbaut.

Der zweite Auftrag umfasst die Lieferung von von sieben aus jeweils vier Fahrzeugen bestehenden Gesamtsystemen zum Aufspüren und Räumen von diesen Sprengfallen, die zu einer immer größeren Bedrohung für die Soldaten in Afghanistan werden. Beide Aufträge haben einen Umfang von 24 Millionen Euro. Neue Stellen entstehen zwar nicht, aber die Aufträge sorgen für eine weitere Verbesserung der ohnehin guten Auslastung des zentralen Panzerbauwerks des Rheinmetall-Konzerns.

Unter anderem bauen die Kasseler gemeinsam mit Wettbewerber Krauss-Maffei Wegmann (KMW/Kassel/München) 405 Schützenpanzer des Typs Puma für die Bundeswehr sowie 472 Boxer-Radpanzer für die deutschen und niederländischen Streitkräfte. Am Puma-Auftrag hat Rheinmetall wie KMW einen Anteil von 50, beim Boxer von 64 Prozent. Beide heerestechnischen Großprojekte haben ein Gesamtvolumen von 4,5 Mrd. Euro und laufen über Jahre. So werden die letzten Pumas erst 2020 ausgeliefert. Für Arbeit sorgen aber auch zahlreiche Modernisierungsaufträge, wie der Minenschutz für den Radpanzer Fuchs.

„Die Beschäftigungslage in Kassel ist stabil und könnte sich in den kommenden Jahren sogar noch verbessern“, sagte der Chef der Kettenfahrzeug-Aktivitäten im Konzern, Nicola Marinelli.

Rheinmetall steigerte den Umsatz 2010 um 17 Prozent auf fast vier Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verzwanzigfachte sich auf 297 Mio. Euro, wovon unterm Strich 174 Mio. Euro blieben. Im Vorjahr stand hier krisenbedingt noch ein Minus von 52 Mio. Euro. Als Dividende sollen 1,50 (0,30) Euro je Aktie fließen. 2011 erwartet Rheinmetall ein Umsatzplus von acht Prozent auf 4,3 Mrd. Euro sowie Ebit von bis zu 360 Mio. Euro. Der Konzern beschäftigt 20 000 Mitarbeiter.

Von José Pinto

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