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Rheinmetall rüstet auf

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Das Geschäft brummt: Rheinmetall sitzt in der Rüstungssparte auf vollen Büchern. Unser Foto zeigt Instandhaltungsarbeiten im Werk Kassel.  Foto: Archiv
Das Geschäft brummt: Rheinmetall sitzt in der Rüstungssparte auf vollen Büchern. Unser Foto zeigt Instandhaltungsarbeiten im Werk Kassel. Foto: Archiv

kassel/münchen. Der Rüstungskonzern Rheinmetall und der Lkw-Bauer MAN legen ihr Geschäft mit militärischen Radfahrzeugen zusammen. Das teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit.

Davon betroffen ist auch das Rheinmetall-Werk in Kassel mit seinen aktuell rund 950 Beschäftigten. Etwa die Hälfte von ihnen wird stufenweise bis Ende 2011 in die neue Gesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) mit Sitz in München überführt, an der Rheinmetall 51 Prozent und MAN den Rest halten wird. Die andere Hälfte bleibt bei der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS), die sich künftig auf Instandhaltung und Bau von Kettenfahzeugen konzentrieren wird. Beide Unternehmen werden sich den Produktionsstandort Kassel künftig teilen.

Mit einem Umzug ist der Arbeitgeberwechsel aber für die allerwenigsten Rheinmetall-Beschäftigten in Kassel verbunden. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Manfred Fahrenbach, bezifferte die Zahl derer, die ihren Arbeitsplatz künftig in München haben werden, mit etwa zehn.

Betriebsrat: sehr positiv

Vorsorglich habe man aber mit der Geschäftsführung einen Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart. „Wir denken, dass es am Ende eher zu einem Personalaufbau als -abbau bei uns kommen wird“, sagte Fahrenbach. Die Arbeitnehmervertretung sehe die Entwicklung „sehr positiv“.

Auch Rheinmetall-Sprecher Oliver Hoffmann betonte, dass „Kassel beschäftigungsmäßig eher profitieren dürfte“. Das Werk in Nordhessen werde künftig neben Wien der zentrale Produktionsstandort der neuen RMMV. In München würden Entwicklung und Vertrieb zusammengezogen. „In Kassel könnte es sogar zu einer noch besseren Auslastung kommen, weil sich das Produktspektrum erheblich erweitert“, sagte Hoffmann.

Mit der Bündelung der Kräfte bei militärischen Radfahrzeugen entsteht ein neuer Komplettanbieter in Europa, der von leichten und mittelgroßen geschützten Fahrzeugen bis hin zu schweren, geländegängigen Lkw alles aus einer Hand anbietet und etwa eine Milliarde Euro im Jahr umsetzen will. Von der Integration versprechen sich Management und Arbeitnehmervertreter erhebliche Synergie-Effekte. Rheinmetall produziert unter anderem Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Geschütze, Flugabwehrsysteme und Munition. MAN schwere Lkw und Busse. Beide Hersteller zählen in ihren jeweiligen Bereichen zu den führenden Anbietern in Europa.

Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt erklärte, dass mit der Zusammenlegung der Radfahrzeugsparten ein wichtiger Beitrag zur nationalen und europäischen Konsolidierung bei militärischen Fahrzeugsystemen geleistet werde.

Der Autozuliefer- und Rüstungskonzern Rheinmetall setzt mit 20 000 Beschäftigten etwa 3,4 Milliarden Euro im Jahr um, davon 1,9 Mrd. im militärischen Bereich. MAN beschäftigt konzernweit 36 000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einem Umsatz von 10,6 Mrd. Euro - davon knapp 1,9 Mrd mit der österreichischen Tochter, zu der auch die Militärsparte gehört.

Von José Pinto

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