Verhandlungen über Zusammenführung der Fahrzeug-Fertigung stehen offenbar vor dem Abschluss

Rheinmetall will MAN-Militärsparte

Neuestes Produkt von Rheinmetall und KMW: Der Schützenpanzer Puma, ab 2010 in einer Auflage von 405 Exemplaren in Kassel gebaut wird. Foto: nh

kassel/münchen. Die seit Monaten laufenden Gespräche zwischen dem Autozulieferer und Waffenproduzenten Rheinmetall (Düsseldorf) und dem Münchner Lkw-Bauer MAN über eine Zusammenlegung ihrer Militärfahrzeugsparten befinden sich offenbar in der Schlussphase. „Die Gespräche verlaufen gut, und wir wollen sie bis Ende des Jahres abschließen“, sagte Rheinmetall-Sprecher Oliver Hoffmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Nähere Angaben mochte er unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht machen. Nach unbestätigten Berichten ist beabsichtigt, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, an dem Rheinmetall 51 und MAN 49 Prozent halten sollen. Unternehmenssitz soll München sein. Dort sitzt auch der zweite große deutsche Heerestechnik-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW), an dem die Kasseler Familie Bode 51 und der Siemens-Konzern 49 Prozent halten. KMW und Rheinmetall arbeiten bei nahezu allen militärischen Großprojekten eng zusammen. Eine Integration der MAN-Aktivitäten wäre auch aus Sicht der Bundesregierung wünschenswert.

Während Rheinmetall vor allem klassische Rad- und Kettenfahrzeuge bis hin zu schweren Panzern sowie Waffensysteme und Munition herstellt, bietet MAN schwere, geländegängige Militär-Lkw an. Rheinmetall setzte in seiner Rüstungssparte 2008 mit 9200 Mitarbeitern rund 1,8 Milliarden Euro an. MAN kommt mit Militärtechnik Schätzungen zufolge auf bis zu eine Mrd. Euro. Konzernweit setzte MAN im 2008 mit rund 50 000 Beschäftigten etwa 15 Mrd. Euro um.

Zu Spekulationen, wonach Rheinmetall in einem Gemeinschaftsunternehmen mit MAN die Bereiche Ketten- und Radfahrzeuge trennen wolle, nahm Hoffmann keine Stellung. Rheinmetall betreibt sein zentrales Fahrzeugwerk mit fast 1000 Beschäftigten in Kassel. Die Auslastung ist angesichts mehrerer Großaufträge und umfangreichen Instandsetzungsarbeiten im Zusammenhang mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr hervorragend.

Erst unlängst hatte Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt das Ziel genannt, den Umsatz in der Rüstungssparte bis 2013 auf drei Mrd. Euro zu steigern.

Von José Pinto

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