Rohstoffmärkte auf der Talfahrt

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Rohstoff Gold

Die Rohstoffmärkte spielen verrückt. Nach zuvor teilweise starken Anstiegen sind die Preise am Donnerstag und Freitag abgestürzt. Gleichzeitig verlor der Euro gegenüber dem Dollar an Wert.

? Warum geht es an den Rohstoffmärkten auf einmal gewaltig abwärts?

!Das hat mehrere Gründe: Der Dollar hat gegenüber dem Euro an Wert gewonnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Euro-Referenzkurs am Freitag auf 1,4501 Dollar fest, das waren rund drei Cent weniger als am Vortag. Rohstoffe, die in der US-Währung notieren, werden deshalb für Anleger außerhalb des Dollarraums teurer. Deshalb sank die Nachfrage und damit der Preis. Hinzu kamen schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA und die Angst vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur.

? Warum löste das gleich eine Massenflucht der Anleger aus Rohstoffen aus?

!Viele Investoren hatten großzügig einkauft, weil sie auf weiter steigende Kurse spekuliert hatten. Nun wurden sie auf dem falschen Fuß erwischt.

? Rohöl ist seit Wochenanfang um 14 bis 18 Dollar je Barrel billiger geworden. Können Autofahrer auf sinkende Benzinpreise hoffen?

!Im Moment spüren sie wenig davon. Die Preise für Super sanken zwar in den vergangenen zwei Tagen um zwei bis drei Cent je Liter, sind mit rund 1,60 Euro aber immer noch hoch. Diesel verbilligte sich um drei bis vier Cent auf 1,42 Euro je Liter. Der Benzinpreis sei um sechs Cent zu hoch, kritisierte der Automobilclub ADAC. Der Mineralölwirtschaftsverband verwies auf den Benzinpreis in Rotterdam: Er fiel seit Anfang Mai um fünf Cent auf 54 Cent je Liter. Wie schnell das bei den Autofahrern ankomme, werde der Wettbewerb zwischen den Tankstellen entscheiden.

? Weshalb hat der Euro an Wert verloren?

!Die EZB hatte auf ihrer Sitzung am Donnerstag keinen Hinweis auf eine Leitzinserhöhung im Juni gegeben. Der Euro ist deshalb für Anleger nicht mehr so attraktiv – sein Kurs sackte ab. Der Beginn einer nachhaltigen Erholung des Dollar sei das jedoch nicht, kommentieren die Volkswirte der Commerzbank. Allerdings rücke das Ende der Dollarschwäche „langsam näher“. Sie sehen den Wechselkurs am Jahresende bei 1,40 Euro.

? Wie sollten sich Geldanleger jetzt verhalten?

!Auf keinen Fall sollten sie dem neuesten Trend hinterherlaufen, warnen Experten. Privatanleger stiegen hier fast immer zu spät ein. Die „langweiligen“ Anlagen sind oft die besseren.

? Die Zinsen sind niedrig: Wohin mit dem Geld?

!Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale rät zur Risikostreuung: Aktien, Anleihen, Schatzbriefe oder Immobilien. Ausschlaggebend sei aber, wann und wofür man das angelegte Geld benötigt.

? Gehören Rohstoffe jetzt noch ins Depot?

!Experten sehen die Anlage in Gold, Silber oder Öl eher skeptisch.  Einen kleinen Teil des Geldes darin zu investieren, sei jedoch nicht verkehrt. Mehr als 20 Prozent sollten es aber auf keinen Fall sein, sagt Nauhauser.

Rohstoffe - viele Anleger steigen aus

Öl wurde innerhalb einer Woche um etwa 13 Prozent billiger. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Freitagabend 113 Dollar (77,93 Euro).

Kupfer hat seit Jahresbeginn 9,8 Prozent an Wert verloren, allein in dieser Woche ging es um fast fünf Prozent abwärts. Für eine Tonne werden 8790 Dollar (6062) Euro bezahlt.

Baumwolle wurde in dieser Woche 16 Prozent billiger. Vorangegangen war jedoch eine Preisrallye. Ein Pfund (lb = 453 Gramm) kostet nun aktuell 1,46 Dollar (rund einen Euro).

Silber verteuerte sich stark. Nun fiel der Preis in dieser Woche um 18 Prozent. Mit 36,10 Dollar (24,89 Euro) je Unze ist Silber aber 17 Prozent teurer als Anfang Januar.

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