Einspeisevergütung soll um 15 Prozent fallen – Dachanlagen bleiben attraktiv

Rückschlag für Solarstrom

Bleiben interessant: Private Solarstromanlagen werfen nach Ansicht von Experten auch künftig eine gute Rendite ab. Foto: Solarworld/nh

kassel/berlin. Beschlossen ist sie zwar noch nicht. Aber wie es aussieht kommt die seit Wochen diskutierte drastische Absenkung der Solarstrom-Einspeisevergütung um 15 Prozent von 39,14 auf 33,27 Cent je Kilowattstunde (kWh) tatsächlich bereits zum 1. April. Damit dürften sich die schlimmsten Befürchtungen vor allem der deutschen Modulhersteller bewahrheiten. Sie befürchten nun einen noch stärkeren Preisverfall.

Bereits 2009 waren die Modulpreise um etwa 25 bis 30 Prozent auf bis zu 3000 Euro je Kilowatt Leistung gesunken. Und der Chef des unabhängigen Planungsbüros WMS Solar und Energietechnik in Naumburg (Kreis Kassel), Markus Werner, glaubt, dass der Preis in diesem Jahr auf „in Richtung 2600 Euro geht“. Er hält die Kürzung für richtig.

Sie zwinge die Anlagenbauer, die Entwicklung effizienterer Anlagen weiter voranzutreiben. „Die Anlagen werden besser, und am Ende setzen sich die guten gegen die schlechten Produkte durch“, sagt Werner. Denn entscheidend für die Rentabilität einer Anlage seien neben Dachstellung und -neigung vor allem auch eine gute Ertragsanalyse sowie die optimale Kombination der verschiedenen Komponenten. Jede Anlage sei individuell, und für jeden Fall gebe es eine passende Lösung. „Für private Betreiber bleiben gute Dachanlagen auch in den nächsten Jahren attraktiv“, ist Werner sicher (siehe Hintergrund).

Dagegen hatten Umweltschützer und die einige Solartechnik-Analysten vor einer zu starken Absenkung der Solarförderung gewarnt. Sie gefährde die deutsche Solarwirtschaft und begünstige BilligModulanbietern aus Fernost.

Mit der bevorstehenden 15-prozentigen Förderkürzung sowie einer bereits zum 1. Januar erfolgten Degression um neun Prozent sinkt die auf jeweils 20 Jahre festgeschriebene Einspeisevergütung 2010 um insgesamt fast zehn Cent. Die Reduzierung des garantierten kWh-P, den Versorger Sonnenstrom-Herstellern zahlen müssen, ist nach Angaben von Verbraucherverbänden notwendig, weil er sich immer stärker auf den Strompreis auswirkt. Denn durch die Umlage der Mehrkosten auf alle Kunden schlägt die Solarvergütung laut Verbraucherschützern bei einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt schon jetzt mit jährlich 30 Euro zusätzlich zu Buche - Tendenz steigend.

2011 soll die Vergütung um weitere neun Prozent fallen. Sollte die neu installierte Leistung 3500 Megawatt (MW) übersteigen, soll sie um zusätzlich 2,5 Prozentpunkte je 1000 MW sinken. Damit wird die Förderung indirekt gedeckelt. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2009 wurden 4000 MW installiert. Das entspricht gut drei Großkraftwerken.

Von José Pinto

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