Saab beantragt Insolvenz

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Der Vorstandsvorsitzende von Swedish Automobile, Victor Muller, hatte den Insolvenzantrag persönlich eingereicht.

Stockholm - Der Saab-Eigentümer Swedish Automobile hat bei einem Gericht Insolvenz für den schwedischen Autobauer angemeldet. Damit hat sich auch die letzte Hoffnung auf eine Rettung zerschlagen.

Die stolze schwedische Automarke Saab steht endgültig vor dem Aus. Das seit neun Monaten mit leeren Kassen und hohen Schulden stillstehende Unternehmen beantragte am Montag selbst die Insolvenz. Als Grund nannte der niederländische Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller den Rückzug des chinesischen Autokonzerns Youngman. Vorausgegangen war die Verweigerung von Produktionslizenzen durch den früheren Saab-Eigner General Motors (GM) in den USA.

Das zuständige Gericht in Vänersborg ernannte noch am Montagabend zwei Insolvenzverwalter. Muller sagte vor Journalisten im Stammwerk Trollhättan: “Auch wenn das hier wie das Ende aussieht, kann sich Saab wieder wie Phönix aus der Asche erheben.“

Saab kann seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk die seit Ende November fälligen Löhne und Gehälter nicht zahlen. Das Unternehmen gehörte bis Anfang 2010 zu GM und wurde dann vom sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars übernommen. Alle Versuche zur Zusammenarbeit mit finanzstärkeren Partnern in Russland sowie China sind seitdem gescheitert.

Saab: Statement für Individualisten

Saab
Ursprünglich entwickelte und baute Saab Flugzeuge für die schwedische Luftwaffe. 1937 wurde das Unternehmen Svenska Aeroplan Aktie Bolaget (SAAB) gegründet. © Saab
Saab Modell
1947 stellten die Schweden ihr erstes Automobil vor. © Saab
Saab
1947 präsentierten die Schweden ein ziviles Modell. 1949 kam das erste Serienmodell vom Saab 92 auf den Markt. © Saab
Saab Automobile Schweden
2009 präsentierte der Automobilhersteller beim Genfer Autosalon den neue Saab 9-3X. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das Modell 9-3X mit SUV-Optik hat einen flexiblen Motor für Gas, Diesel und auch Biotreibstoff. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Die Studie Salomon Saab 2009. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Sportliche Limousine von 2002. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Die Saab 900 Limousine fand vor allem in Deutschland wenig Freunde. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab 99 Turbo: Das Ralley-Auto stammt aus dem Jahr 1980. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Mit Tempo durch die siebziger Jahre: Mit Hilfe eines Turboladers kam der Saab 99 auf eine Spitzengeschwindigkeit von 190 Kilometer pro Stunde. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Ein echter 68er: Mit dieser Karosserie kam der Saab 99 nach einer längeren Testphase im Herbst 1968 zu den Autohändlern. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Auf dem Genfer Auto Salon 2003 das neue Saab 9-3 Cabriolet: Das Cabrio mit vier Plätzen wurde mit Motoren von 175 bis 210 PS angeboten. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab-Cabriolets sieht man auf den Straßen auch heute noch häufiger. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Für die Straße wie für raue Pisten gleichermaßen geeignet: Saab zeigte auf der Detroit Motor Show 2009 erstmals das Cross-Over-CoupÈ 9-3X. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab 9-3 Sport-Limousine Aero vom Herbst 2002. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Viel Platz - der Saab 900 ist auch als Gebrauchter ein Wagen für Individualisten. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das Verdeck des Saab 9-3 Cabrio lässt sich auch wärend der Fahrt öffnen, wenn das Auto nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fährt. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Langstrecken-Spezialist aus Schweden - als besonders solide gelten die jüngeren Jahrgänge des Saab 900. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab - Für viele Liebhaber mehr als ein Auto. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das Design stammt von der Studie Aero X: Saab stellte 2011 die letzte Generation der 9-5 Limousine vor. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Schrägheck als Markenzeichen - damit unterschied sich der typische Saab 900 von anderen Mittelklasse-Modellen seiner Zeit. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das schönste von allen - insbesondere das Cabrio gilt Liebhabern heute als besonders gelungene Saab-900-Variante. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Auch als Miniaturen ein Hingucker. Saab-Miniautos. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
1972 konnten Saab-99-Käufer unter anderem zwischen zwei- und viertüriger Version wählen. © Saab
Saab Automodelle
Saab Modell von 1953 © Saab
Saab Automobile Schweden
Saab musste Ende 2011 Insolvenz anmelden. Später übernahm das Unternehmen National Electric Vehicle Sweden, NEVS, Anlagen von Saab Automobile. © Hersteller/Saab

Im Insolvenzantrag an das Gericht Vänersborg erklärte Saab, es gebe weiter mehrere “internationale Partner“ mit Interesse an einer kompletten Übernahme des Autoherstellers auch aus einem Insolvenzverfahren. Muller verfügte mit seinem inzwischen zu Swan (Swedish Automobile N.V.) umbenannten Unternehmen nie über nennenswertes Kapital. Der hinter ihm stehende russische Bankier Wladimir Antonow soll nach dem Willen litauischer Behörden von Großbritannien ausgeliefert werden. Die Balten werfen ihm die Ausplünderung einer ihm früher gehörenden Bank unter anderem zugunsten der Saab-Finanzierung vor.

Saab, das 1937 zunächst für den Flugzeugbau gegründet wurde, hat sich mit seinen technisch anspruchsvollen, aber auch durchweg hochpreisigen Autos weltweit einen Namen gemacht. Die Schweden schafften aber auch schon unter dem Dach von GM in den letzten zwei Jahrzehnten so gut wie nie den Sprung in die Gewinnzone.

Als kleiner Nischenhersteller mit Produktionszahlen um 100 000 Wagen pro Jahr wurde die GM-Tochter dann im Gefolge der Finanzkrise zum Verkauf gestellt. Während der heimische Konkurrent Volvo nach dem Verkauf durch Ford mit der neuen chinesischen Mutter Geely Erfolg hatte, ging es bei Saab steil bergab. Nach nur noch 30 000 produzierten Autos 2010 liefen in diesem Jahr ganze 13 000 Wagen in Trollhättan vom Band, ehe im April ganz Schluss war.

Muller konnte durch mehrere Sanierungspläne mit chinesischen Partnern immer wieder Gläubiger hinhalten und die Insolvenz aufschieben. Die dabei versprochenen Soforthilfen blieben aber weitgehend, die langfristigen Milliarden-Investitionen komplett aus.

dpa

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