Saab: Kasse leer - Finanzier in Haft

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Saab soll an chinesische Unternehmen verkauft werden.

Stockholm - Wieder kein Geld für die Saab-Löhne und ein russischer Finanzier auch noch in Haft: Der schwedische Autohersteller kämpft erneut gegen die bedrohlich nahe gerückte Pleite. Nur China kann noch helfen.

Beim Autohersteller Saab häufen sich erneut lebensbedrohliche Hiobsbotschaften. Das schwedische Unternehmen musste seinen 3500 Beschäftigten mit der Freitag fälligen Auszahlung der November-Löhne auf unbestimmte Zeit vertrösten: Das zugesagte Geld von zwei Investoren aus China sei nicht gekommen und vorerst auch nicht in Sicht. Gewerkschaften kündigten Konkursanträge an, falls Löhne und Gehälter nicht binnen einer Woche überwiesen seien.

Gleichzeitig meldete der britische Sender BBC, dass der bisher an der Saab-Finanzierung beteiligte russische Bankier Wladimir Antonow auf ein litauisches Begehren festgenommen worden sei. Die Londoner Polizei bestätigte auf Anfrage in diesem Zusammenhang die Festnahme eines 36- sowie eines 53-jährigen Mannes. Antonow wurde 1975 in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan geboren. Er ist auch Eigner des britischen Profi-Fußballclubs Portsmouth.

Die Behörden des baltischen Landes werfen Antonow und einem Geschäftspartner vor, die wegen drohender Zahlungsunfähigkeit verstaatlichte Snoras Bank als Mehrheitseigner ausgeplündert zu haben. Zudem hat die litauische Generalanwaltschaft aufgrund von Hinweisen auf mögliche kriminelle Aktivitäten innerhalb der Bank Ermittlungen eingeleitet.

Saab: Statement für Individualisten

Saab
Ursprünglich entwickelte und baute Saab Flugzeuge für die schwedische Luftwaffe. 1937 wurde das Unternehmen Svenska Aeroplan Aktie Bolaget (SAAB) gegründet. © Saab
Saab Modell
1947 stellten die Schweden ihr erstes Automobil vor. © Saab
Saab
1947 präsentierten die Schweden ein ziviles Modell. 1949 kam das erste Serienmodell vom Saab 92 auf den Markt. © Saab
Saab Automobile Schweden
2009 präsentierte der Automobilhersteller beim Genfer Autosalon den neue Saab 9-3X. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das Modell 9-3X mit SUV-Optik hat einen flexiblen Motor für Gas, Diesel und auch Biotreibstoff. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Die Studie Salomon Saab 2009. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Sportliche Limousine von 2002. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Die Saab 900 Limousine fand vor allem in Deutschland wenig Freunde. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab 99 Turbo: Das Ralley-Auto stammt aus dem Jahr 1980. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Mit Tempo durch die siebziger Jahre: Mit Hilfe eines Turboladers kam der Saab 99 auf eine Spitzengeschwindigkeit von 190 Kilometer pro Stunde. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Ein echter 68er: Mit dieser Karosserie kam der Saab 99 nach einer längeren Testphase im Herbst 1968 zu den Autohändlern. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Auf dem Genfer Auto Salon 2003 das neue Saab 9-3 Cabriolet: Das Cabrio mit vier Plätzen wurde mit Motoren von 175 bis 210 PS angeboten. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab-Cabriolets sieht man auf den Straßen auch heute noch häufiger. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Für die Straße wie für raue Pisten gleichermaßen geeignet: Saab zeigte auf der Detroit Motor Show 2009 erstmals das Cross-Over-CoupÈ 9-3X. © Hersteller/Saab
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Saab 9-3 Sport-Limousine Aero vom Herbst 2002. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Viel Platz - der Saab 900 ist auch als Gebrauchter ein Wagen für Individualisten. © Hersteller/Saab
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Das Verdeck des Saab 9-3 Cabrio lässt sich auch wärend der Fahrt öffnen, wenn das Auto nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fährt. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Langstrecken-Spezialist aus Schweden - als besonders solide gelten die jüngeren Jahrgänge des Saab 900. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Saab - Für viele Liebhaber mehr als ein Auto. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das Design stammt von der Studie Aero X: Saab stellte 2011 die letzte Generation der 9-5 Limousine vor. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Schrägheck als Markenzeichen - damit unterschied sich der typische Saab 900 von anderen Mittelklasse-Modellen seiner Zeit. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Das schönste von allen - insbesondere das Cabrio gilt Liebhabern heute als besonders gelungene Saab-900-Variante. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
Auch als Miniaturen ein Hingucker. Saab-Miniautos. © Hersteller/Saab
Saab Automobile Schweden
1972 konnten Saab-99-Käufer unter anderem zwischen zwei- und viertüriger Version wählen. © Saab
Saab Automodelle
Saab Modell von 1953 © Saab
Saab Automobile Schweden
Saab musste Ende 2011 Insolvenz anmelden. Später übernahm das Unternehmen National Electric Vehicle Sweden, NEVS, Anlagen von Saab Automobile. © Hersteller/Saab

Ein Teil des angeblich abgezogenen Kapitals soll Antonow zur Übernahme von Saab für den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars 2010 eingesetzt haben. Das inzwischen in Swedish Automobile umbenannte Unternehmen will Saab an die chinesische Unternehmen Youngman und Pang Da weiterverkaufen.

Die Wirtschaftszeitung “Dagens Industri“ nannte als Grund für die bisher ausgebliebenen Zahlungen aus China, dass die staatliche Aufsichtsbehörde NDCR in Peking dem Autohersteller Youngman und dem Großhändler Pang Da die Transaktion untersagt habe. Beide wollen Saab komplett übernehmen, konnten aber bisher die für eine neue Produktion im schwedischen Trollhättan nötige Lizenzfreigaben durch den US-Konzern General Motors (GM) nicht erreichen. GM hatte Saab Anfang 2010 verkauft.

Die Produktion bei den Skandinaviern liegt seit April wegen Geldmangels und Schulden still. Saab-Chef Victor Muller meinte in einer SMS an den Rundfunksender SR: “Wir können nicht sagen, wann das Geld kommt. Wir warten auf Neuigkeiten aus China.“

dpa

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