Zentraleinkäufer weitet Geschäft aus und schafft Stellen – neues Verwaltungsgebäude geplant

Sagaflor wächst und gedeiht

Gute Geschäfte: Gartenfachmärkte boomen derzeit. Davon profitiert auch die Baunataler Sagaflor AG als Dienstleisterin von 900 eigentümergeführten Märkten. Fotos: Schachtschneider (2)/dpa

baunatal. Das Geschäftsmodell der Sagaflor AG in Baunatal (Kreis Kassel) ist ungewöhnlich und für Außenstehende schwer nachvollziehbar – aber überaus erfolgreich. Das 1965 gegründete Unternehmen betätigt sich nicht nur als zentraler Einkäufer für mittlerweile fast 900 inhabergeführte Gartenfach- und Heimtiermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Einst als Zusammenschluss von Samenhändlern ins Leben gerufen, um beim Einkauf höhere Rabatte zu erzielen, hat sich Sagaflor im Laufe der Jahre zu einem umfassenden Dienstleister rund um das Geschäft mit Garten- und Nutzpflanzen, Zubehör, Deko-Artikeln, Tiernahrung und Teichbau gemausert. Die Sagaflor AG, deren Eigentümer 180 selbstständige Marktinhaber sind, entwickelt neue Geschäftsmodelle, Marken und Produkte, organisiert den Vertrieb, sorgt für einen gemeinsamen Werbeauftritt, hilft bei Unternehmensgründungen, vermittelt Finanzierungen, richtet Läden ein und übernimmt auf Wunsch das gesamte Rechnungsgwesen. Dabei können die Partnerunternehmen auswählen, wieviel Arbeit sie den Baunatalern Handelsprofis überlassen.

Ein weiteres Geschäftsfeld ist das so genannte Franchising. Dahinter verbirgt sich die Überlassung eines kompletten Geschäftsmodells gegen Gebühr. Die Heimtierhandelskette Zoo & Co ist ein solches Konstrukt.

Die Geschäfte laufen gut. 2010 kaufte Sagaflor weltweit Ware für 297,6 Millionen Euro ein und reichte sie an die Partnerunternehmen weiter. Deren Umsatz mit den Endkunden beläuft sich nach Schätzungen von Sagaflor-Vorstand Franz-Josef Isensee auf insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. 2009 besorgten die Zentraleinkäufer aus Baunatal Ware für 281,8 Mio. Euro.

Das stetige Sagaflor-Wachstum führt er nicht nur auf ständig neue Produkte und Marktanteilsgewinne zurück. „Die Händler treten immer mehr Aufgaben an uns ab, um sich noch besser um ihre Kunden kümmern zu können“, erklärt der 55-Jährige.

Das schafft Arbeitsplätze in Baunatal. 132 Beschäftigte hat Sagaflor - 24 mehr als 2008. Weiteres Wachstum ist programmiert. Am jetzigen Standort soll ein neues Bürogebäude entstehen, erklärt Vorstandsmitglied Peter Pohl. Einige Mio. Euro will die schuldenfreie Sagaflor AG dort aus den Rücklagen investieren und in den kommenden zwei Jahren bis zu 15 neue Stellen schaffen.

Auch wenn die Geschäfte gut laufen, die Zahl der Partner steigt und die Erträge in ungenannter Höhe nach Vorstandsangaben stimmen, die Hände in den Schoß können die Sagaflor-Spezialisten nicht legen. Im Werben um die Kunden muss das Rad ständig neu erfunden werden. Weil die Konkurrenz - zumeist große Garten- und Baumarktketten - nicht schläft, müssen sich die Baunataler Handelsprofis permanent Neues einfallen lassen. „Auch unsere Branche geht immer mehr in Richtung Erlebniseinkaufen. Die Kunden müssen sich in unseren Märkten wohlfühlen, sonst bleiben sie weg“, nennt Isensee eine der größten Herausforderungen für sein Haus.

Von José Pinto

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