Als Mitglied einer Spendeninitiative

SAP-Gründer Plattner verschenkt Milliarden

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Hasso Plattner zeigt sich spendabel.

New York - Ein paar Münzen in die Sammeldose? Nicht bei „The Giving Pledge“. Mitmachen dürfen dort nur Milliardäre, sie müssen sich von der Hälfte ihres Vermögens trennen. Nun ist auchder erste Deutsche dabei.

SAP-Mitbegründer Hasso Plattner will mindestens die Hälfte seines Milliardenvermögens verschenken. Das ist zumindest das Aufnahmekriterium für die Spendeninitiative „The Giving Pledge“ von Warren Buffett und Bill Gates. Die Aktion, zu deutsch „Das Spendenversprechen“, gab Plattner am Dienstag (Ortszeit) in New York als ersten Deutschen im exklusiven Club der Superspender bekannt.

Plattners Geld wird wohl vor allem in seine eigenen Initiative fließen. „Vor mehr als 20 Jahren habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich auf Bildung und globale Gesundheitsprobleme konzentriert“, sagte Plattner laut „The Giving Pledge“. „Es ist eine enorme Belohnung, wenn man die Wirkung sieht, die eine Spende haben kann.“

Uni-Ausbildung als "Fundament meines Erfolgs"

SAP aus Walldorf in Baden-Württemberg ist ein führender Hersteller von Unternehmenssoftware mit einem Jahresumsatz von 16,22 Milliarden Euro. Zu den mehr als 232 000 Kunden weltweit gehören Unternehmen aus nahezu allen Branchen. Der Konzern hat gut 65 000 Mitarbeiter.

Er habe das Privileg gehabt, praktisch kostenlos an der Karlsruher Universität als einer der besten technischen Hochschulen Deutschlands zu studieren. „Ohne Frage war das das Fundament meines persönlichen Erfolgs.“ Er fühle sich zwar seinem Unternehmen verpflichtet, „aber ich möchte auch der Gesellschaft etwas zurückgeben, die meine Ausbildung möglich gemacht hat. Die Stiftung ist eine Möglichkeit, beides zu tun.“

So viel verdienen Merkel, Ackermann & Co. - Spitzengehälter in Politik und Wirtschaft

Gehaltserhöhung für Angela Merkel und ihre Minister: Das Bundeskabinett will seine Bezüge erhöhen - und erntet Kritik. Doch die Kanzlerin ist längst nicht die einzige, die in Deutschland gut verdient. Verantwortungsträger in der Wirtschaft bewegen sich in anderen Dimensionen. Die Spitzengehälter im Überblick: © dapd
Josef Ackermann, der Deutsche-Bank-Chef, schaffte es mit seinem Jahresgehalt sogar in die internationale Top 20 - gemessen am Vergleich der Dax-Unternehmen mit den größten europäischen und US-Aktiengesellschaften. Die Bezüge des Schweizers summierten sich nach Angaben der Frankfurter Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner 2011 auf rund 9,4 Millionen Euro. © dpa
Die parlamentarischen Staatssekretäre, wie hier Christoph Bergner, kommen derzeit auf knapp 10 000 Euro im Monat. Mit der Erhöhung kämen bis August 2013 rund 580 Euro oben drauf. © dpa
Frank Appel, der Vorstandschef der Deutschen Post DHL, kassierte 2011 rund 5,2 Millionen Euro. © dpa
Bundesminister wie Hans-Peter Friedrich und Kristina Schröder verdienen nach Angaben des Innenministeriums rund 13 000 Euro im Monat, nach der geplanten Gehaltsanhebung kämen 750 Euro (im Jahr: 9000 Euro) dazu. © dpa
Jürgen Großmann: Der RWE-Chef kam im vergangenen Jahr auf rund 6,4 Millionen Euro. © dpa
Kasper Rorsted: Bei Waschmittelkonzern Henkel verdiente der Vorstandschef 2011 rund 5,4 Millionen Euro. © dpa
Peter Löscher, der Siemens-Chef, strich im vergangenen Jahr rund 8,7 Millionen Euro ein. © dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel verdient im Monat 16 152 Euro, hinzu kommt eine sogenannte Dienstaufwandsentschädigung von 1022 Euro. Bis August 2013 sind schrittweise Erhöhungen geplant - das bedeutet ein monatliches Gehaltsplus von 930 Euro (im Jahr 11 160 Euro). © dpa
Norbert Reithofer, der Lenker des Autobauer BMW, kassierte 2011 rund 6,6 Millionen Euro - nicht wenig, aber nur knapp ein Drittel von den Bezügen von VW-Chef Winterkorn. © dpa
Martin Winterkorn ist der Spitzenverdiener unter den deutschen Managern. Der VW-Chef verdiente 2012 mehr als 14,5 Millionen Euro - und das, obwohl er freiwillig auf Gehalt verzichtet hat. © dpa
Wolfgang Reitzle, der Chef des Industriegase-Spezialisten und Anlagenbauers Linde, verdiente 2011 rund 6,7 Millionen Euro. © dpa
Dieter Zetsche, der Daimler-Vorstandschef, kam 2012 auf ein Jahresgehalt von mehr als 8,2 Millionen Euro. © dpa

Plattner ist seit Mai 2003 Chef des SAP-Aufsichtsrats. Damals wurde er Nachfolger von Dietmar Hopp. Plattner ist schon seit Jahren als Mäzen aktiv und engagiert sich mit seinem Geld in vielfältiger Weise: Vom Kampf gegen Aids bis hin zur Förderung junger IT-Talente.

Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 69-Jährigen auf 7,2 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro). Damit wäre er demnach der neuntreichste Mensch in Deutschland und weltweit die Nummer 127. Auf Nummer 2 und 3 der legendären „Forbes“-Liste stehen seit Jahren Buffett und Gates. Die beiden hatten vor knapp drei Jahren ihre Initiative gegründet und seitdem mehr als 100 Milliardäre überredet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Fast alle kommen aber aus den USA. Noch im Januar hatte Gates gesagt, er hoffe auch auf deutsche Beteiligung.

dpa

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