Sarkozy: "Italien ist nicht allein"

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Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi.

Cannes - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sichert im Rahmen des G20-Gipfels den Italienern volle Unterstützung im Fall einer Staatspleite zu. Auch Silvio Berlusconi reagierte:

Die Europäische Zentralbank (EZB) und der Euro-Rettungsfonds EFSF sollen nach französischer Vorstellung intervenieren, falls es auf den Finanzmärkten eine Attacke auf Italien gibt. “Die EZB und der Fonds stehen bereit, falls dies nötig ist“, sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Freitag in Cannes nach dem G-20 Gipfel. “Italien ist nicht allein.“ Deutschland hatte Anleihekäufe durch die EZB immer abgelehnt. Sarkozy fügte hinzu, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi unterwerfe sich einer Aufsicht durch den Internationalen Währungsfonds und die EU-Kommission, weil er erkannt habe, dass es Zweifel auf den Finanzmärkten gebe.

Silvio Berlusconi: Seine Affären und Skandale

Korruption, Mafia-Verbindungen, Sexskandale: Silvio Berlusconi kam mit diversen Affären immer wieder in die Schlagzeilen. Hier eine Auswahl: © dpa
Spektakulärster Fall ist “Rubygate“. Die Staatsanwaltschaft lastet dem 75-Jährigen Kontakte zu dem minderjährigen marokkanischen Escortgirl Karima el-Marough, genannt “Ruby“, an. Da Berlusconi das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreite, soll er sich auch wegen Amtsmissbrauchs verantworten. © dpa
Außerdem steht der Medien-Milliardär im Verdacht, den britischen Anwalt David Mills bestochen zu haben. 1998 soll Berlusconi 600 000 US-Dollar (436 347 Euro) bezahlt haben, damit dieser in Prozessen gegen seinen Medienkonzern Falschaussagen macht. Ein für Berlusconi maßgeschneidertes Immunitäts-Gesetz (“Lodo Alfano“), das zeitweise zur Aussetzung auch dieses Verfahrens geführt hatte, war vom Verfassungsgerichtshof Ende 2009 gekippt worden. © dpa
Drei prominente Mitglieder von Berlusconis Regierungspartei “Volk der Freiheit“ (PdL) gerieten im Juli 2010 ins Visier der Justiz - darunter ein wegen Geschäften mit der Mafia bereits verurteilter Berlusconi-Freund. Die Justiz wirft ihnen unter anderem vor, eine kriminelle Vereinigung mit aufgebaut zu haben, um politische und juristische Entscheidungen des Landes zu beeinflussen. Zuvor hatte ein ehemaliger Mafia-Killer Berlusconi vor Gericht sogar mit einer Serie von Bombenanschlägen in Verbindung gebracht. © dpa
Als Kandidatinnen der Regierungspartei für die Europawahl 2009 schlug Berlusconi drei junge Schönheiten vor: eine ehemalige TV-Ansagerin, eine Fernsehschauspielerin und eine Sängerin. © dpa
“Schamlose Luder im Dienst der Macht“, beschimpfte damals seine Noch-Ehefrau Veronica Lario die Damen. Lario reichte 2009 die Scheidung ein. © dpa
Eine angebliche Affäre mit der Schülerin Noemi Letizia hatte zuvor für Aufsehen gesorgt. Nach Berlusconis Besuch auf Noemis Party zum 18. Geburtstag hatte Gattin Lario öffentlich gesagt, Berlusconi treffe sich “mit Minderjährigen“. Gerüchte um eine Liaison mit der Schülerin, die ihn “Papi“ nannte, wies er allerdings zurück. © dpa
Und hier weitere Bilder, Skandale und Skandälchen von und mit Silvio Berlusconi: „Gott sei Dank gibt es mich“: Berlusconi leidet nicht an Minderwertigkeitsgefühlen. © dpa
Kleiner Mann: Ist 1,64 Meter groß, behauptet aber steif und fest, er sei 1,71 Meter. © dpa
Zumindest körperlich auf Augenhöhe: Angela Merkel und Silvio Berlusconi. © dpa
Liebt theatralische Gesten: Silvio Berlusconi. © dpa
Dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten gehören fast die Hälfte aller italienischen Fernsehsender. © dpa
Im „Canale 5“-Studio mit dem Journalisten Alessio Vinci. © dpa
Zwei Männer, die sich beide für unwiderstehlich halten und hielten: Berlusconi und der mittlerweile verstorbene libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi. © dpa
Der Milliardär mal ohne Dauergrinsen im Gesicht. © dpa
Berlusconi ist fünffacher Großvater. © dpa
Mit Escort-Dame Patrizia D'Addario soll er auch ein Verhältnis gehabt haben... © dpa
Und wieder eine große Geste. © dpa
Berlusconi bei einer UN-Vollversammlung. © dpa
Shaking Hands mit den Obamas beim G20-Gipfel in Pittsburgh. © dpa
Im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel. © dpa
Berlusconi war ziemlich sauer darüber, dass seine Straffreiheit aufgehoben wurde. © dpa
Wohin führt nun der Weg? © dpa
Hier sieht es aus, als säße Berlusconi auf der Anklagebank. Tat er auch ständig - irgendwie. © dpa
Berlusconi resigniert. © dpa
Ciao, Silvio! © dapd

Sarkozy begrüßte ausdrücklich die Anstrengungen Italiens zur Budgetsanierung und für Reformen. “Es hat die nötigen Entscheidungen getroffen.“ Es sei nicht die Absicht der Europartner, die Regierungen in den Schuldenländern Griechenland und Italien auszuwechseln. Insbesondere mit Blick auf Griechenland sagte der Staatschef: “Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen.“

Der konservative Politiker, der sich 2012 Wahlen stellen muss, versicherte, dass sein Heimatland die europäischen Sparverpflichtungen einhalten werde. Da die Wirtschaft im laufenden Jahr schwächer wachse als erwartet, seien neue Einsparungen nötig. Zu Details äußerte er sich nicht.

Sarkozy befürchtet seit längerem, dass Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone seine Bestnote bei den Ratingagenturen (“AAA“) verlieren könnte. Die Einsernote sichert Paris eine Refinanzierung auf den Märkten zu günstigen Konditionen.

Mit Blick auf die Beratungen der G20-Länder sagte Sarkozy, es gebe Konsens, jegliche Budget-Spielräume zur Wachstumsankurbelung zu nutzen. “Solide Länder“ wie China oder Deutschland seien bereit, neue Maßnahmen zu ergreifen, um das Wachstum zu unterstützen.

AP/dpa

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