Gutes erstes Quartal für Wägetechnik- und Laborspezialist – Umbau zur Holding

Sartorius ordnet Geschäft

Göttingen. Es geht um Umsätze und Auftragseingänge, um Gewinnmargen und Wechselkurseffekte. Wenn Joachim Kreuzburg, Vorstandschef des Göttinger Wägetechnikspezialisten und Laborausrüsters Sartorius, auf der Hauptversammlung spricht, packt er das Konzernjahr in eine Stunde Redezeit, in Schaubilder voller Zahlen.

Die Werte und Kurven, die der 45-jährige Maschinenbauer und promovierte Wirtschaftswissenschaftler den 450 anwesenden Aktionären vorlegt, zeigen: Mit einem Umsatz von 659,3 Millionen Euro und einem Überschuss von 31 Mio. Euro hat Sartorius 2010 das schwache Vorjahr weit hinter sich gelassen.

Auch der Start 2011 war gut. Der Auftragseingang lag im ersten Quartal deutlich über den Vorjahreswerten und der Nettogewinn war mit 10,9 Mio. Euro fast um die Hälfte höher als vor Jahresfrist.

Doch der Konzern, der weltweit 4610 und in Göttingen mehr als 1600 Mitarbeiter beschäftigt, treibt nicht nur den Umsatz hoch, er verdient auch besser dabei. Die Ebita-Marge, die angibt, wie viel vom Umsatz als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleibt, soll in diesem Jahr von 13 auf 14 Prozent klettern, kündigte Kreuzburg an. Bei der Profitabilität hat die Biotechnologie-Sparte die Nase vorn, aber die mit Millionenaufwand restrukturierte Mechatronik, das Wägetechnikgeschäft, holt auf.

Ein „ausgesprochen ansehnliches Comeback“ nannte Carsten Heise von der deutschen Schtzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW, Düsseldorf) die Zahlen. Weniger angetan ist er von der Dividendenstrategie: 60 Cent je Stamm- und 62 Cent je Vorzugsaktie bekommen die Aktionäre für 2010, das sind jeweils 20 Cent mehr als im Vorjahr, aber nur ein Drittel des Bilanzgewinns.

Kreuzburg, der seit 2003 den Konzern steuert und stets Schuldenabbau und Stärkung des Eigenkapitals im Blick hat, hält dagegen: Die Dividende sei maßvoll, außerdem habe der Konzern auch für das Verlustjahr 2009 Geld an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Der Dividendenvorschlag wurde mit nur 64-prozentiger Zustimmung gebilligt, der geplante Umbau der Sartorius AG zu einer Holding brachte es hingegen auf rund 99 Prozent. Sartorius wird, wie berichtet, die Göttinger Wägetechnikproduktion erst ausgegliedern und anschließend in die neu gegründete Konzerntochter Sartorius Weighing Technology GmbH einbringen. Für die 660 Beschäftigten gebe es keine Veränderungen, sagte Kreuzburg.

Die Göttinger Wägetechnik war das einzige operative Geschäft, das bei der Sartorius AG und nicht bei ihren Tochtergesellschaften lag. Der Umbau wird in diesem Jahr an Aufwand und Steuernachzahlungen fünf Mio. Euro kosten. Die doppelte Summe spart der Konzern jedoch in den nächsten Jahren an Steuern.

Von Barbara Will

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