Laborausrüster und Wägetechnik-Hersteller baut auch Standorte in der Region aus

Sartorius steigert Investitionen

Wachstumstreiber: Die Biotechnologie-Sparte bringt dem Göttinger Sartorius-Konzern die größere Hälfte seines Umsatzes und Gewinns ein. Doch die in die Krise gerutschte Wägetechnik holte 2010 auf. Foto: Sartorius

Göttingen. Der Laborausrüster und Messtechnik-Hersteller Sartorius AG ist 2010 zum Geldverdienen zurückgekehrt und verordnet sich in diesem Jahr Investitionen von 50 Millionen Euro, von dem der Stammsitz Göttingen stark profitiert.

Die Erweiterung der dortigen Produktion von Membranen ist mit 20 Mio. Euro das größte Einzelvorhaben des Programms, sagte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Joachim Kreuzburg, am Montag. Membranen werden gebraucht, um Inhaltsstoffe aus Flüssigkeiten herauszufiltern – etwa in der Pharma-Produktion. Ein weiteres Investitionsvorhaben in der Region ist die gut zehn Mio. Euro teure neue Fertigung von Bioreaktoren in Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis). Dort mietet sich der Konzern in ein Werk ein, das für ihn gebaut wird. Sartorius erzielt zwar mehr als 80 Prozent des Umsatzes im Ausland, beschäftigt aber fast die Hälfte seiner 4515 Mitarbeiter in Deutschland. In Göttingen arbeiten 1633 Menschen für den Konzern, 4,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

In diesem Jahr erwartet Sartorius einen Konzernumsatz von 698 bis 712 Mio. Euro. 2010 war dieser um 9,5 Prozent auf 659,3 Mio. Euro gestiegen. Dazu trug die Biotechnologie 432,6 Mio. Euro bei. Die Mechatronik, die Wägetechnik, die ein millionenschweres Umstrukturierungsprogramm hinter sich hat, holte aber kräftig auf. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) stieg 2010 um 40,4 Prozent auf 85,5 Mio. Euro. Der Konzern wurde profitabler: Blieben 2009 von 100 Euro Umsatz nur 10,1 Euro als Ebita übrig, waren es 2010 13 Euro.

Mit Blick auf neue Geschäftsfelder justiert Sartorius seine Strategie neu: So soll das Laborgeschäft der Sparten Biotechnologie und Mechatronik stärker verzahnt werden. Denn der Verkauf von Geräten und -verbrauchsmaterial richtet sich an den selben Kundenkreis. Der Umsatz dieses Bereichs soll sich innerhalb einiger Jahre verdoppeln. Auch Zukäufe in der Biotechnologie und im Laborgeschäft sind ein Thema: Mehrere Optionen werden geprüft. Bis zu 200 Mio. Euro könnte Sartorius für Firmenkäufe ausgeben,

2009 hatte Sartorius, vor allem wegen der Restrukturierung der Wägetechnik, einen Konzernverlust von 7,3 Mio. Euro eingefahren, 2010 blieb unterm Strich ein Überschuss von 31 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen auch etwas davon haben: Der Hauptversammlung wird eine Dividendenerhöhung um 20 Cent je Aktie vorgeschlagen. Besitzer von Vorzugspapieren bekämen dann 62 Cent pro Stück, wer Stammaktien im Depot hat, kassiert jeweils 60 Cent.

Die Sartorius AG ist dabei, sich zur reinen Verwaltungs-Holding zu wandeln. Die Wägetechnik in Göttingen mit 660 Beschäftigten wird deshalb als Konzerntochter ausgegliedert. Konsequenzen für die Beschäftigten hat das laut Kreuzburg nicht: Alle Arbeits- und Tarifverträge gelten unverändert weiter.

Von Barbara Will

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