XX Production Online stellt Anlagen zur Körpervermessung her - Geschäft floriert

Scanner zieht Sportler an

Mit Körper-Scannern erfolgreich: Techniker und Unternehmer Andreas Schuwirth in einer seiner Anlagen. Foto: Pinto

breuna. Der bunte Körperscanner der XX Production Online GmbH in Breuna (Kreis Kassel) sieht ein wenig aus wie die Sicherheitsschranken auf Flughäfen. Aber er piept nicht, wenn ein metallischer Gegenstand aufgestöbert wird. Und man geht auch nicht hindurch. Man stellt sich mit dem Rücken gegen eine Säule, und ein Laser in der gegenüberliegenden Säule fährt den Körper leise surrend zweimal ab - erst rauf, dann runter.

Nach zehn Sekunden projiziert das Gerät den Körper als dreidimensionale Darstellung auf einen Computer-Bildschirm und zeigt alle wichtigen Abmessungen an. Im Idealfall gehen die Daten unter Angabe des gewünschten Artikels und Designs direkt auf die Produktionssteuerung des Herstellers, der so eine absolut passgenaue Sportjacke oder -hose, einen Schuh oder je nach Anlagentyp auch einen Fahrradrahmen oder -helm anfertigt.

Datenfluss zum Hersteller

„Unser Produkt ist eine Verkaufshilfe. Wir messen schnell und präzise und sorgen dafür, dass die Daten vom Einzel- zum Großhandel, Lager oder Hersteller fließen“, fasst der Geschäftsführer des kleinen Unternehmens, Andreas Schuwirth, das umfassende Angebot zusammen. Der Handel profitiere nicht nur in Form einer größeren Kundenzufriedenheit, sondern vor allem auch durch eine sehr viel geringere Lagerhaltung, was vor allem bei hochpreisiger Sport- und Funktionskleidung sowie bei edlen Fahrrädern in die Hunderttausende gehen kann. Und der Endkunde erhält ein individuell auf ihn zugeschnittenes Produkt. „Wenn man eine Sportjacke für 600 oder ein Fahrrad für 3000 Euro kauft, will man, dass das Produkt genau passt“, erklärt der Unternehmer.

200 dieser Systeme installieren die Breunaer Scanner-Spezialisten jährlich. Sie sind mittlerweile in ganz Europa, aber auch in Mexiko, Japan, den USA und Kanada zu finden. Und das Geschäft floriert. In den Niederlanden hat XX Production bereits ein Schwesterunternehmen, in den USA soll ein weiteres folgen.

XX Production, das Schwesterunternehmen in Holland, und das zur kleinen Gruppe gehörende Ingenieurbüro Logisch Consulting GmbH beschäftigen zusammen 20 Mitarbeiter, die nach Schuwirths Angaben in diesem Jahr 3,5 Millionen Euro umsetzen werden - so viel wie 2009. Zur Ertragslage macht der 41-jährige Elektro-Diplomingenieur aus dem nahen Dörnberg keine konkreten Angaben. „Aber wir verdienen gutes Geld, so dass wir unser bisheriges Wachstum aus eigener Kraft finanzieren konnten“, sagt der frühere Triathlet und passionierte Radsportler.

Mit Fahrrädern fing auch alles an. Bereits im Studium an der Uni Kassel machte sich der verheiratete Vater eines Sohnes mit einem Zweirad-Fachgeschäft in Kassel selbstständig. Schon damals wurmte ihn, dass es keine Technik zur individuellen Anpassung von Fahrradrahmen und Zubehör gab. Die Folge war die Gründung von XX Production vor zehn Jahren. Heute ist das kleine Unternehmen „Weltmarktführer“, denn nach Angaben Schuwirths gibt es kein vergleichbares Produkt.

Von José Pinto

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