Schicksalstag für Modekonzern Escada

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Kreationen des Modelabels Escada.

München - Das Schicksal des Modekonzerns Escada hängt an einem seidenen Faden. Bis Dienstag mussten sich die Anleger einer Escada-Anleihe entscheiden, ob sie trotz erheblicher finanzieller Einbußen ein Umtauschangebot für die Papiere akzeptieren.

Nur wenn mindestens 80 Prozent der Anleger die Offerte annehmen, kann der Hersteller von Luxusdamenmode nach eigenen Angaben kurzfristig überleben. Andernfalls will das Unternehmen noch in dieser Woche einen Insolvenzantrag stellen.

Davon wären rund 2300 Arbeitsplätze des Konzerns mit Sitz in Aschheim bei München betroffen. Mit dem Ergebnis des Umtauschangebots wurde frühestens Dienstagabend oder Mittwoch gerechnet.

Hausgemachte Probleme im Unternehmen

Der größte deutsche Luxusmodehersteller ist immer tiefer in Schwierigkeiten geraten. Etliche hausgemachte Probleme, wie häufige Führungswechsel, Missmanagement, Kollektionen, die am Markt floppten, aber auch die Flaute der Branche durch die Wirtschaftskrise führten zum Niedergang des Unternehmens.

Nach “Handelsblatt“-Informationen des “Handelsblatt“ stehen die Chancen für Escada schlecht. Voraussichtlich werde die angestrebte Quote nicht erreicht, erfuhr die Zeitung aus Konzernkreisen. Auch Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath zeigte sich skeptisch. “Beim jetzigen Stand kann es natürlich so kommen, dass beim Umtausch die erforderlichen 80 Prozent am Fristende nicht erreicht werden“, sagte er der Zeitung (Dienstag). In diesem Fall werde Escada am Donnerstag beim Amtsgericht München den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Anleihen-Umwandlung wichtigster Punkt im Notplan

Die Umwandlung der Anleihe ist der wichtigste Punkt im Notplan für Escada. Von den Anlegern der Anleihe verlangt das Unternehmen erhebliche finanzielle Opfer, um die Schuldenlast des Konzerns zu verringern. Das Umtauschangebot für die Anleihe sah vor, dass den Anlegern in mehreren Schritten nur noch 40 Prozent ihres ursprünglichen Einsatzes bleiben.

Die Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro wurde im Jahr 2005 ausgegeben und mit 7,5 Prozent verzinst. Dass Escada die Anleihe zu den vereinbarten Konditionen am Ende der Laufzeit im Jahr 2012 zurückzahlt, galt im sich verschärfenden Verlauf der Krise als ausgeschlossen.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (31. Oktober) war der Umsatz bei Escada um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro gesunken, der Verlust lag bei 91,7 Millionen Euro nach 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

dpa

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