Schlecker weist Videoüberwachungs-Vorwürfe zurück

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Eine Filiale der Drogeriekette "Ihr Platz".

Ehingen - Die Drogeriemarktkette Schlecker hat die Vorwürfe der Videoüberwachung von Mitarbeitern zurückgewiesen. “Bei der Firma 'Ihr Platz' findet keine Überwachung von Mitarbeitern statt“, teilte Schlecker am Montag in Ehingen mit.

Der Einsatz der Videotechnik erfolge ausschließlich mit Zustimmung des Betriebsrats. Die zum Schlecker-Konzern gehörende Firma "Ihr Platz" sei bereits mit den Behörden im Gespräch. “Eventuelle Verbesserungsvorschläge von Behördenseite werden einvernehmlich umgesetzt werden. Auch das weitere Vorgehen wird gemeinsam erfolgen“, hieß es weiter.

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Datenschützer ermitteln gegen Drogeriekette

Niedersächsische Datenschützer ermitteln seit September gegen das Unternehmen. Es sei ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden, sagte der Sprecher des Datenschutzbeauftragten, Michael Knaps. Er bestätigte damit einen Bericht von NDR Info. Es werde geprüft, ob in den Drogerien in unzulässiger Weise Videokameras installiert wurden und ob ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz vorliegt. Das Verfahren habe der niedersächsische Datenschutzbeauftragte nach dem Hinweis eines “besorgten Kunden“ aus Berlin in die Wege geleitet. Dieser habe sich bei seinem Einkauf über die “viel zu umfassende Videoüberwachung“ beschwert. Ihr Platz betreibt rund 700 Filialen.

“Wir prüfen die gesamte Firma“, sagte Knaps. Ihr Platz hat den Datenschützern dazu die “Verfahrensbeschreibungen“ für die installierten Videokameras zur Verfügung gestellt. “Die Firma hatte zunächst nur sehr zögerlich auf die Anfrage der Datenschützer reagiert.“ Das eingereichte Material werde jetzt intensiv geprüft. Zudem seien unangekündigte Kontrollen in Filialen geplant. Die Ergebnisse der Überprüfungen würden dann zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst. Dies werde noch einige Wochen und Monate dauern.

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

Vorsicht am Arbeitsplatz: Auch ihr Arbeitgeber könnte ihre Mails und Surfgewohnheiten mitlesen. Kommt es dann zu Differenzen, ziehen Sie schnell den Kürzeren. © dpa
Im Auto sorgt die Telemetrie dafür, dass Daten über das Fahrverhalten wie Geschwindigkeit, Verschleiß und Fahrzeiten aufgezeichnet werden. Versicherungen überlegen bereits, ihre Tarife an diesen Daten zu orientieren. © dpa
Die Black Box im Auto speichert genau wie die im Flugzeug Fahrzeugdaten und gibt Aufschluss über die Laufleistung und Ihre Fahrgewohnheiten. © dpa
Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen dienen in erster Linie dazu, Kriminalität zu verhindern. Dennoch sollten wir uns bewusst sein: Jeder Reisende wird aufgezeichnet und archiviert. © dpa
Inzwischen können Überwachungskameras dank moderner Software biometrische Daten lesen und sogar gesuchte Verbrecher erkennen. © dpa
Lesen bildet, das weiß jeder. Doch hätten Sie gedacht, dass die Liste der von Ihnen ausgeliehenen Bücher in Ihrer Bibliothek viel über Ihren Charakter verrät und gespeichert werden? © dpa
Wer online Bücher kauft, etwa bei Amazon, muss wissen: Das Unternehmen speichert alle Daten, inklusive Zahlungsmittel. Wie sonst könnte Sie die Website persönlich begrüßen und ihnen Lesevorschläge machen, die immer erstaunlich gut mit ihren Interessen übereinstimmen. © dpa
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Lebensmittel im Supermarkt, aber auch Kleidung sind bereits heute mit RFID-Chips ausgestattet. Darin gespeichert: Marke, Menge und Preis. Sie lösen die bisher üblichen Barcodes ab. Das Problem: Sie können überall ausgelesen werden. So erfährt jeder Supermarkt oder jedes Einkaufszentrum, das Lesegeräte für diese Etiketten besitzt, was Sie tragen und wieviel Geld Sie dafür ausgeben.  © dpa
Inzwischen sind sie alte Bekannte und jeder hat mindestens eine einstecken: Bonuskarten. Sie verraten dem Supermarkt, welche Produkte wir kaufen und ob wir potente Kunden sind. Ihr Bonuskarten-Anbieter weiß, wie viel Alkohol Sie beispielsweise trinken oder ob Sie schwanger sind. © dpa
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Gut zu wissen: Wer ein Flugticket kauft und es mit Kreditkarte bezahlt, gibt viele persönliche Daten preis. Wer in die USA reist, muss wissen, dass EU-Staaten 40 Datensätze an die USA liefern, die 15 Jahre gespeichert werden dürfen. Dazu zählen, Name, Geburtstdatum, Alter, usw. © dpa
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Spyware, die Hacker beispielsweise in Spam-E-Mails verschicken oder die auf infizierten Seiten lauert, installiert sich von selbst auf Ihrem Rechner und versendet unbemerkt persönliche Informationen wie Passwörter oder Bankdaten. © dpa

Nach dem Datenschutzgesetz sei es etwa grundsätzlich unzulässig, Mitarbeiter mit Videokameras zu kontrollieren, erklärte Knaps. Auch die Aufzeichnung von Gesprächen sei verboten und stelle einen Straftatbestand vor. Bevor die Überwachungsanlagen eingerichtet werden, muss zudem nachvollziehbar dokumentiert sein, wozu sie installiert werden, welche Schwenkbereich die Kameras haben und wie die Daten gespeichert werden. Auch Hinweisschilder im Verkaufsraum müssen deutlich sichtbar aufgehängt werden.

In den vergangenen Monaten waren in Deutschland eine Reihe von Datenpannen und -skandalen öffentlich geworden. Dazu gehörten die Bespitzelung von Lidl-Mitarbeitern, Datenschutz-Verletzungen bei der Deutschen Bahn und ein Sicherheitsloch auf der Internet-Plattform der Bundesagentur für Arbeit. Nach ersten Erkenntnissen sieht Knaps im aktuellen Fall von Ihr Platz aber “nicht die gleiche Qualität wie bei Lidl“. Er sei jedoch ein weiteres Indiz dafür, dass viele Firmen “nachlässiger“ mit dem Datenschutz umgingen. “Um diese Entwicklung zu bremsen, werden wir künftig verstärkt Firmen kontrollieren.“

dpa

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