Schlussrunde im Machtkampf um Porsche

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Ob Wendelin Wiedeking nun bei Porsche bleibt oder geht, ist nach wie vor unklar.

Stuttgart - Am Tag vor der Aufsichtsratssitzung von Porsche spitzt sich der Machtkampf zu. Dabei geht es unter anderem um Wendelin Wiedeking. 

Der erbittert geführte Machtkampf um die Zukunft von Porsche und Vorstandschef Wendelin Wiedeking spitzt sich zu. Am Tag vor der Aufsichtsratssitzung des Sportwagenbauers machten erneut Gerüchte um einen bevorstehenden Rückzug des 56-jährigen Managers die Runde. Porsche-Sprecher Anton Hunger bekräftigte am Mittwoch in Stuttgart allerdings, Wiedeking sei am Donnerstag als Vorstandsvorsitzender im Aufsichtsrat der Porsche-Holding und werde dort sein Konzept vorstellen. “Etwas anderes ist uns nicht bekannt.“

Zuvor hatte das “Handelsblatt“ berichtet, dass sich die Eigentümerfamilie Porsche und der Vorstandschef weitestgehend auf seinen Rückzug geeinigt hätten. “Es wird neue Gesichter an der Unternehmensspitze geben“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person dem Blatt. Über den Abschied von Wiedeking solle möglichst noch vor außerordentlichen Aufsichtsratssitzung entschieden werden, hieß es in Verhandlungskreisen, wie die Zeitung berichtete. In Konzernkreisen wurde ein Rückzug Wiedekings vom Vorstandsposten nicht mehr ausgeschlossen. Als möglicher Nachfolger von Wiedeking wird seit geraumer Zeit Porsche-Produktionsvorstand Michael Macht gehandelt.

Keine endgültige Einigung erwartet

Wiedeking hatte sich für einen Einstieg des Emirats Katar bei Porsche ausgesprochen, um die Eigenständigkeit des mit zehn Milliarden Euro verschuldeten Sportwagenbauers zu sichern. Über das Konzept soll der Porsche-Aufsichtsrat am Donnerstag beraten. Ebenfalls am Donnerstag tagt der Volkswagen-Aufsichtsrat. Die Wolfsburger wollen den kleineren Autobauer schlucken. Eine endgültige Entscheidung über den Einstieg von Europas größten Autobauer bei dem Sportwagenbauer wird voraussichtlich aber erst am 29. Juli fallen.

Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche will am Donnerstag zu der Belegschaft im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen sprechen. Der Betriebsrat habe zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Der Betriebsrat war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Umfrage zu Auswirkungen des Machtkampfs

Der Machtkampf zwischen den beiden Unternehmen schadet mittlerweile nach Ansicht vieler Autokäufer in Deutschland beiden Konzernen. In einer Umfrage der Nürnberger Marktforschung Puls unter 1.000 Autokäufern sagten 47 Prozent, der Streit über die künftige Konzernstruktur schade beiden Unternehmen. 22 Prozent erklärten, der Streit würde in erster Linie Porsche schaden und 6 Prozent sehen Belastungen vor allem bei VW. Nur 12 Prozent geben an, keinem der Unternehmen würden die öffentlichen Auseinandersetzungen schaden.

Die Hauptpersonen des Konflikts genießen wenig Zuneigung bei den Autokäufern. Nur 17 Prozent der Befragten geben an, ihre Sympathie gehöre Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Noch geringer fällt die Quote mit 14 Prozent für Wiedeking-Gegenspieler und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech aus. Die große Mehrheit von 58 Prozent der Befragten entscheidet sich für: “Meine Sympathie gehört keinem von beiden“.

AP

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