Schülerpraktikum: So unterstützen Eltern ihre Kinder

+
Ein Schülerpraktikum, wie es etwa Jakob Harnisch (r) in einem Hotel absolviert, dienen zur beruflichen Orientierung. Eltern können bei der Wahl des Praktikums helfen. Foto: Jens Büttner

In der neunten Klasse ist es meist soweit: Für Kinder steht das Berufsorientierungspraktikum an. Wie weit müssen Eltern den Nachwuchs unterstützen? Und was tun, wenn Sohn oder Tochter gerade Bock auf gar nichts hat?

Nürnberg (dpa/tmn) - Steht für den Nachwuchs in der Schule das erste Berufsorientierungspraktikum an, sind häufig auch die Eltern gefragt. Jürgen Wursthorn von der Bundesarbeitsagentur erzählt, welche Erfahrungen Berufsberater machen, und wie Eltern sich am besten kümmern.

Wie stark sollten Eltern sich einmischen?

Das hängt von der Persönlichkeit des Kindes ab, sagt Wursthorn. Bei aktiven Jugendlichen hält man sich am besten zurück und lässt den Nachwuchs machen. Wenn der einen ungewöhnlichen Praktikumswunsch hat, sollten Eltern ihn den unbedingt wahrnehmen lassen. Das Wichtigste ist, dass die Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen. Andere Teenager sind dagegen eher passiv und orientierungslos und wissen nicht so recht, wo sie anfangen sollen.

Was machen Eltern dann?

Häufig sind die Hobbys ein guter Anhaltspunkt, um mit dem Kind ins Gespräch zu kommen, was es beruflich interessiert. Egal ob es eine Sportart ist, ein Faible für Autos, Pferde oder Computerspiele: Häufig findet sich so schon einmal ein Berufsfeld, was der Jugendliche nicht ganz blöd findet. Dann können Eltern Vorschläge machen: Wie wäre denn ein Praktikum beim Elektronikfachgeschäft? Bei einem Programmierer? Oder in der Großstadt vielleicht bei einem Computerspieleentwickler?

Wie weit sind Eltern bei der Organisation des Praktikumsplatzes gefragt?

Eltern können gemeinsam mit den Kindern im Netz nach Firmen recherchieren, bei denen der Nachwuchs anfragen kann. Die eigentliche Kontaktaufnahme sollte man dann aber den Kindern überlassen. In vielen Firmen komme es gar nicht gut an, wenn sich statt der Kinder die Eltern melden.

Was machen, wenn Sohn oder Tochter einfach nicht in die Pötte kommen?

Eltern sollten auf keinen Fall zu sehr drängeln, rät Wursthorn. Das führe nur dazu, dass der Nachwuchs bockig wird. Häufig drängen Eltern die Kinder auch in vermeintlich sichere Berufe, auf die der Nachwuchs eigentlich keine Lust hat - etwa Bankkaufmann. Das führt im schlimmsten Fall hinterher zu einer falschen Berufswahl und dann zum Ausbildungsabbruch. Besser ist es immer, die Jugendlichen zu überzeugen. Dass Jugendliche gar nicht in die Pötte kommen, sei im übrigen die Ausnahme. Die Kinder redeten in der Schule auch über Praktika, meist will da niemand hintenanstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.