Bonitätsprüfer weiten Geschäftsfeld aus – Datenbanken ergänzt

Schufa schaut auf Chefs

Wiesbaden. Bislang standen im wesentlichen Privatkunden im Blickfeld der Schufa, wenn es um Auskünfte über die Bonität ging. Seit wenigen Wochen schauen die Kreditwürdigkeitsprüfer auch bei Betrieben genauer hin und durchleuchten deren Chefs.

„Damit steigt das Kreditbüro Schufa Holding in ein neues Geschäftsfeld ein“, sagte Thilo Walter. Er leitet die Entwicklung der neuen Kompaktauskunft. 9,50 Euro kostet das auf 1,5 Seiten gebündelte Wissen über Unternehmen. Lieferzeit wenige Sekunden, verspricht Walter. Mit dem Preis will die Schufa unter den Kosten für zehn Minuten Arbeitszeit eines Bankers bleiben.

Zusammengestellt sind auf den Seiten: Stammdaten, Bonitätsindex, Kreditlimit, Zahlungserfahrung, Bankverbindungen, Geschäftszahlen. Aber auch mögliche Einträge über Personen der ersten Führungsebene. „Dabei geht es nur um öffentlich zugängliche Daten“, versichert Walter – wie Verbraucherinsolvenz, eidesstattliche Versicherungen und dergleichen.

Bislang beschränkte sich die Schufa darauf, einem Kreditgeber wie einer Bank, einem Autohaus oder einem Einzelhändler Auskunft über die Bonität eines Kunden zu geben. Während ein Angestellter bei seiner Bank drei Gehaltsauszüge vorlegt, um seine Kreditwürdigkeit zu untermauern, hat es ein selbstständiger Apotheker wesentlich schwerer seine Bank vom Geschäftserfolg zu überzeugen. Er muss Geschäftsberichte der vergangenen Jahre vorlegen sowie den Wettbewerb und seine eigenen Chancen beschreiben. Das Problem: Über Kleinunternehmen (Personengesellschaften) und Freiberufler ist wenig bekannt.

Datenschützer stoßen sich nicht am neuen Produkt der Schufa. Die Bonität des Geschäftsführers sei wichtig für das Unternehmen. Die Schufa hat 2009 einen Umsatz von 98,1 (94,6) Millionen Euro und ein Ergebnis im operativen Geschäft von 7,2 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Schufa beschäftigt an 15 Standorten 800 Mitarbeiter und hat von über 66 (65) Mio. volljährigen Personen über 462 (440) Mio. Informationen gesammelt.

Von Martina Wewetzer

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