Sparer-Pauschbetrag stärker kontrolliert – Einlagensicherung steigt auf 100 000 Euro

Schummeln wird schwerer

Hamburg. Für Sparer gelten seit Januar einige Neuerungen. Seit Jahresbeginn sind Spareinlagen besser geschützt. Die gesetzliche Einlagensicherung, die bisher 50 000 Euro betrug, wurde auf 100 000 Euro verdoppelt. Bis zu diesem Betrag sind Guthaben im Fall einer Bankpleite in jedem Fall abgesichert.

!Diese neue Einlagensicherung gilt auch in anderen EU-Staaten. Wichtig ist dies beispielsweise für Kunden ausländischer Direktbanken, die seit Jahren hohe Zinsen bei Tages- und Festgeld bieten, aber lediglich eine Niederlassung in Deutschland haben, sagt Karin Baur vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest.

Trotz der Neuerung ändert sich für viele Bankkunden gar nicht so viel, denn die meisten deutschen Institute haben durch eigene Systeme deutlich höhere Beträge abgesichert. So sind bei den Privatbanken mindestens 1,5 Millionen Euro pro Kunde garantiert. Die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken gewähren eine hundertprozentige Absicherung der Kundeneinlagen. Das gilt für Guthaben auf Girokonten, Tages- und Festgeld sowie Sparbriefe und Sparkonten. Aktien und andere Wertpapiere fallen nicht unter diesen Schutz.

Eine weitere Neuregelung betrifft den Freistellungsauftrag: Bei Neuanträgen und Änderungen müssen Kunden ab sofort ihre Steuer-Identifikationsnummer (Steuer ID) angeben. Nur dann können sie den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro (1602 Euro für Verheiratete) nutzen. Bei gemeinsamen Aufträgen ist auch die entsprechende Nummer des Ehepartners erforderlich. Nur so kann der Sparer-Pauschbetrag genutzt werden.

!Ist die Steuer ID nicht angegeben, wird der Freistellungsauftrag wirkungslos, und es fällt bereits ab dem ersten Euro Zins die Abgeltungssteuer an. Alte Freistelllungsaufträge sind noch bis Ende 2015 gültig.

Der Hintergrund: Durch die neue Regelung kann die Nutzung des Sparer-Pauschbetrags nach Angaben des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt, 53225 Bonn) effizienter kontrolliert werden. Die Experten gehen davon aus, dass dadurch schneller auffällt, wenn ein Sparer bei verschiedenen Instituten einen höheren Freistellungsbetrag als die maximale Summe von 801 Euro pro Person angibt. Die Steuer ID kann übrigens auch von den Banken abgefragt werden, solange der Kunde dem nicht ausdrücklich widerspricht. Die Identifikationsnummer umfasst elf Ziffern und wurde 2008 verschickt. Wer sie nicht kennt, kann sie beim BZSt anfordern.

!Wer sein Geld jetzt in sicheren Zinsanlagen investieren will, für den ist eine kurze Anlagedauer ratsam. „Länger als drei Jahre sollten sich Sparer nicht binden, denn längere Laufzeiten bringen derzeit kaum höhere Zinsen“, sagt „Finanztest“-Expertin Baur.

Ob 2011 Anlegern steigende Zinsen beschert, ist unklar. Nach Ansicht von Zinsexperte Max Herbst vom Finanzportal FMH könnten die Zinsen bald steigen, da auch der Zinssatz, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen, in jüngster Zeit angehoben worden sei. (dapd)

Von Manfred Rolfsmeier

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