Solaranlagen-Besitzer

Schwarz-Rot will Eigenstrom-Umlage verschärfen

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Montage einer Solaranlage auf einem Hausdach.

Berlin - Alle Besitzer neuer Solaranlagen sollen künftig bei einer Eigennutzung des Stroms eine Solidarabgabe zahlen.

Darauf haben sich die Unterhändler von Unions- und SPD-Fraktion geeinigt, hieß es am Donnerstag aus Koalitionskreisen. Zunächst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Demnach sollen alle Strom-Selbstversorger vom Industrieunternehmen bis zum Bürger 40 Prozent der Ökostromumlage je Kilowattstunde als „Energie-Soli“ entrichten. Das wären derzeit rund 2,5 Cent.

Bisher war geplant, dass kleine Solaranlagen ausgenommen bleiben. Damit soll einer Schieflage begegnet werden: Durch die steigende Selbstversorgerzahl werden die Umlagen und Abgaben beim Strompreis auf weniger Schultern verteilt. Ob der Bundestag die Regelung Ende Juni billigen wird, ist noch unklar.

Diese 15 Faktoren erschweren die Energiewende

Energiewende in Deutschland
KOSTEN: Diese zahlen die Stromverbraucher. Die Ökostrom-Umlage und Rabatte für die Industrie belasten ihre Stromrechnungen. © dpa
Energiewende in Deutschland
FÖRDERSYSTEM: Die Wirtschaft warnt vor Planwirtschaft und fordert ein Förder-Ende sowie Wettbewerb auch für Ökostrom-Erzeuger. Im Bild: Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) spricht zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (Archivfoto). © dpa
Energiewende in Deutschland
20-JAHRE-GARANTIE: Da Solar- und Windanlagen bisher 20 Jahre lang Vergütungen bekommen, kann der Strompreis erstmal nicht sinken. © dpa
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SOZIALE SCHIEFLAGE: Die Zahnarzthelferin zahlt über den Strompreis die Renditen für Solarpanele, die sich ihr Chef aufs Dach setzt (Symbolfoto). © dpa
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INDUSTRIE: Sie muss entlastet werden, damit niemand abwandert. Aber wie stark? Die Bürger müssen dadurch Mehrbelastungen schultern. © dpa
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ZIELKONFLIKT: Weniger Atomstrom führt dazu, dass mehr Kohlestrom produziert wird. Der CO2-Ausstoß ist 2012 und 2013 gestiegen. Im Bild: Ein Kernkraftgegner von Greenpeace demonstriert auf dem Brandenburger Tor in Berlin. © dpa
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STROMNETZE: Große Nord-Süd-Trassen werden gebraucht, sonst gibt es im Norden viel zu viel Strom. Aber die Bürger protestieren (Foto). © dpa
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WÄRMEMARKT: Im Wärmebereich hakt es besonders stark, auch beim Energiesparen - Gebäudesanierungs-Ziele werden kaum erreicht. © dpa
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FEHLENDER MARKT: Viele Kraftwerke rechnen sich nicht mehr - der mit viel Geld geförderte Ökostrom stellt den Markt auf den Kopf. Im Bild: Das unrentable Gaskraftwerk Irsching. © dpa
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FEHLENDE STEUERUNG: Bisher können quasi unbegrenzt Ökoenergie-Anlagen gebaut werden - es fehlt oft an bedarfsorientierter Planung. © dpa
Energiewende in Deutschland
LÄNDER-INTERESSEN: Der Norden will mehr Windräder, der Westen fürchtet um seine Industrie, der Süden will mehr Gaskraftwerke. Im Bild (v.l.n.r.): Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Baden-Württembergs Energieminister Franz Untersteller (Grüne) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). © dpa
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GRUNDLAST-PROBLEM: Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig. Im Bild: Wasserstoffspeicher eines Windparks in Mecklenburg-Vorpommern. © dpa
Energiewende in Deutschland
STROMBÖRSE: Im Einkauf fallen dank viel Ökostrom die Preise - die Bürger spüren davon wegen der Umlagen beim Endpreis kaum etwas. Im Bild: Die Strombörse in Leipzig. © dpa
Energiewende in Deutschland
ÜBERKAPAZITÄTEN: Wegen des rasanten Ausbaus wird oft zu viel Strom produziert. Nie wurde so viel Strom exportiert wie 2013. © dpa
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ÄRGER BEI DEN NACHBARN: Polen lässt Netzsperren einbauen, auch andere Länder klagen über Preis- und Stromfluss-Unwuchten. © Konrad Konstantynowicz/Greenpeace

dpa

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