Schwere Vorwürfe von Apple an Samsung

San Jose - Schwere Vorwürfe im milliardenschweren Prozess um Patente zwischen Apple und Samsung: Die US-AMerikaner werfen den Südkoreanern Kopie ihrer Produkte vor.

 Um weiter im boomenden Markt für Handys mitzumischen, habe der südkoreanische Konkurrent nach der Vorstellung des iPhones 2007 die Wahl zwischen Innovation und Kopie gehabt, sagte der Apple-Anwalt Harold McElhinny am Dienstag (Ortszeit) vor einem Gericht in Kalifornien. Samsung habe sich für Kopieren entschieden und “das gesamte Design und Nutzer-Erlebnis“ nachgeahmt. Die Smartphones und Tablet-Computer des Unternehmens seien damit illegale Imitate von Apple-Produkten.

Der Samsung-Anwalt Charles Verhoeven wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Südkoreaner beschäftigten tausende Designer und investierten Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung eigener Produkte. “Es ist nichts verkehrt daran, zu schauen, was die Wettbewerber tun, und sich davon inspirieren zu lassen“, sagte Verhoeven.

Der Prozess vor einem US-Bundesgericht im kalifornischen San Jose könnte sich länger als einen Monat hinziehen. Die von Apple geforderten 2,5 Milliarden Dollar Schadensersatz wären ein neuer Rekordwert in einem Patentstreit. “In gewisser Hinsicht ist Apples Forderung nach Schadensersatz nicht der Hauptteil des Verfahrens, sondern die Frage, ob Samsung seine Produkte weiter verkaufen kann“, sagte Juraprofessor Mark Lemley von der Universität Stanford. Zuletzt hatte Samsung in der Auseinandersetzung einen Rückschlag hinnehmen müssen: Nach Anordnung eines kalifornischen Bezirksgerichts von Ende Juni muss der Konzern den Verkauf des Tablets Galaxy 10.1 in den USA vorläufig einstellen.

Am Montag waren in San Jose die zehn Geschworenen ausgewählt worden. In der vergangenen Woche legten die beiden Unternehmen Gerichtsdokumente mit ihren juristischen Strategien vor. So argumentierten Apple-Anwälte, zwischen den Produkten von Apple und Samsung gebe es praktisch keinen Unterschied. Zudem belegten interne Dokumente Samsungs, dass der Konzern Apple-Designs kopiert habe.

Der südkoreanische Konzern wies die Anschuldigungen zurück und warf Apple seinerseits vor, beim Entwurf des iPhones vom Mitkonkurrenten Sony abgekupfert zu haben. Zudem gaben Samsungs Anwälte zu Protokoll, dass das Unternehmen bereits seit 1991 Mobiltelefone entwickele, Apple jedoch erst 2007 in den Markt eingestiegen sei. Apple versuche, rechtmäßigen Wettbewerb im Keim zu ersticken und die Auswahl der Verbraucher zu begrenzen, um seine hohen Profite zu halten, erklärten die Verteidiger.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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