Seehofer spricht mit Löscher über Stellenabbau

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Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer spricht mit Siemens-Chef Peter Löscher über die Stellenstreichungen im Konzern.

München - Nach Protesten gegen den geplanten Stellenabbau bei Siemens in Unterfranken hat die bayerische Staatsregierung den Betroffenen erneut ihre Unterstützung zugesagt.

Die Staatsregierung wolle “alles in ihrer Macht stehende tun, um strukturelle Belastungen in der Region abzufedern“, erklärte die Staatskanzlei nach einem Spitzengespräch zwischen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Siemens-Chef Peter Löscher am Donnerstag in München. Das Treffen habe “in konstruktiver Atmosphäre“ stattgefunden. Seehofer habe dabei auf die erheblichen Auswirkungen der Pläne auf die Menschen in der Region um Bad Neustadt/Saale hingewiesen. An dem Standort will Siemens 840 von heute knapp über 2000 Arbeitsplätzen streichen.

Deutschlandweit sind insgesamt rund 2000 Stellen betroffen. Siemens sei sich seiner Verantwortung für die von den Maßnahmen betroffenen Arbeitnehmer bewusst, hieß es in der Mitteilung der Staatskanzlei. “Das Unternehmen steht zu dieser Verantwortung.“ Löscher habe versichert, dass Siemens alles tun werde, um möglichst viele Stellen zu erhalten. Dazu werde Siemens in den nächsten Wochen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern führen. In einem Monat solle es ein weiteres Spitzengespräch geben, bei dem man “eine erste Bilanz des Erreichten“ ziehen wolle. Ein Siemens-Sprecher bezeichnete das Treffen als “informatives Gespräch für die Landesregierung“.

Löscher habe dabei erläutert, dass weniger konjunkturelle Gründe, als vielmehr strukturelle Bedingungen und ein Technologiewandel hinter den Abbauplänen stünden. Neben dem Konzernchef habe auch Siemens-Personalvorstand Siegfried Russwurm an dem Gespräch teilgenommen. In Bad Neustadt und im tschechischen Mohelnice fertigt Siemens Standard-Niederspannungsmotoren kleiner Leistung für Europa. Das Unternehmen hatte die Stellenstreichungen vor allem mit der Einführung der nächsten Produktgeneration begründet, die Investitionen in Fertigungslinien und eine Bündelung der Produktion in Mohelnice nötig mache. Hinzu kämen massive Auftragsrückgänge aus dem Maschinenbau. Am Vortag hatten rund 7000 Menschen gegen den Jobabbau in Bad Neustadt protestiert.

dpa

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