Frauen in Führung (6): Typisch weibliche Karrierefallen – wie man am besten damit umgeht

Selbstbewusst, sicher, souverän

Frauen sind heute beruflich genauso qualifiziert und motiviert wie Männer. Sie wollen nicht nur einfach einen Job, sondern Karriere machen. Dennoch sind Frauen in Führungspositionen eine Minderheit, weil sie immer wieder mit Hindernissen zu kämpfen haben. Mit den richtigen Strategien kann man solche Klippen jedoch gut umschiffen.

Nicht unter Wert verkaufen

Frauen, die Karriere machen möchten, bewegen sich auf einem Terrain, das nach wie vor von Männern dominiert wird. Deren Spielregeln zu beherrschen ist ein Muss. Anderenfalls scheitert man als Frau noch bevor man sich überhaupt richtig ins Spiel gebracht hat. Dr. Heidemarie Krüger, Personalberaterin in Kassel, weiß aus Erfahrung, welche Mankos Frauen begleiten: „Sie verkaufen sich oft unter Wert. Sie treten nicht ausreichend selbstbewusst auf und glauben weniger an die eigenen Fähigkeiten.“

Wenn ein männlicher Konkurrent die Position erhält, auf die man selbst hingearbeitet hat, ist das nicht immer leicht zu verkraften. Häufig nagen Zweifel an einem und auch die Frage, warum man als Frau nicht gut genug war. „Man sollte das jedoch als Motivation verstehen“, rät Dr. Heidemarie Krüger. „Vor allem sollte man hinterfragen, warum diese Entscheidung getroffen wurde, um dann gegebenenfalls an den Fehlern zu arbeiten.“

Von der Konkurrenz abheben

Wer sich von der Konkurrenz abheben möchte, dem rät sie nicht nur durch gute Arbeit, sondern auch durch ein stilsicheres, selbstbewusstes und souveränes Auftreten zu punkten, und sich vor Augen zu führen, dass Frau sein niemals ein Manko ist. Insbesondere, da die weibliche Konkurrenz in den Führungsetagen nicht groß ist. „Weiblichkeit und fachliche Kompetenz in Verbindung mit sicherem und souveränem Auftreten sind Erfolgsgaranten“, ist sich Dr. Heidemarie Krüger sicher.

Grenzen aufzeigen

Nicht selten werden Frauen, insbesondere diejenigen, die sehr gut qualifiziert sind, zu Mobbingopfern. Die Täter können Mitarbeiter und Vorgesetzte gleichermaßen sein. Sie bringen ihre Opfer durch Verleumdung, Sabotage und das Vorenthalten von Informationen in prekäre Situationen. Die Folge ist nicht nur ein schlechtes Arbeitsklima, sondern im schlimmsten Fall der Jobverlust. „Die meisten Opfer sind Frauen. Wichtig ist es, den Tätern frühzeitig Grenzen aufzuzeigen“, sagt Dr. Heidemarie Krüger.

Diskret bleiben

Für viele Frauen gehören private Plaudereien zu einem guten Betriebsklima. Doch wer zu viele Informationen über sich Preis gibt, macht sich damit auch zur Zielscheibe für Klatsch und Intrigen. „Deshalb besser nicht daran beteiligen, diskret bleiben und nur das Nötigste von sich erzählen“, rät Dr. Heidemarie Krüger.

Kinderbetreuung früh regeln

Schwangerschaft und Kinder gelten immer noch als Karrierehindernis. Frauen, die sich für Kind und Beruf entscheiden, sind nicht nur doppelt belastet, sondern auch gefährdet, aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Denn nicht in jeder Unternehmenskultur wird es toleriert, nicht mehr jederzeit zur Verfügung zu stehen.

Um nicht auf dem Abstellgleis zu landen, sollte man sich frühzeitig Gedanken über Perspektiven machen. Wer Kind und Karriere in seinen Lebensentwurf eingeplant hat, kann sich beispielsweise schon im Vorfeld an familienfreundlichen Arbeitgebern orientieren. Diese stehen Elternzeit, Teilzeit und auch flexiblen Arbeitszeiten offen gegenüber.

Auch Elternzeit und Kinderbetreuung sollten gut geplant und organisiert sein. „Elternzeit sollte nicht zu lange dauern, sonst kann man leicht auf der Strecke bleiben. Die Kinderbetreuung sollte so gut geregelt sein, dass der Kopf für die Arbeit frei bleibt“, rät Margret Mürköster, Karrierecoach in Kassel.

Schwierige Situationen können jederzeit eintreten. Gut beraten ist deshalb, wer kontinuierlich an sich und seiner Karriere arbeitet. Margret Mürköster rät, sich regelmäßig weiterzubilden, Netzwerke aufzubauen und sich nicht nur in schwierigen Zeiten mit Experten wie Trainern und Coaches auszutauschen: „Das sind Profis, die neue Impulse geben können.“

Von Helga Kristina Kothe

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