Shell stoppt milliardenschweres Ölsand-Projekt

+
Der Energiekonzern Shell nimmt nach seinem Rückzug aus der Arktis den nächsten milliardenschweren Strategieschwenk vor. Das britisch-niederländische Unternehmen stoppt ein Ölsand-Projekt in Kanada. Foto: Stefan Sauer/Archiv

Erst vor kurzem legte Shell seine Erkundungspläne in der Arktis auf Eis. Nun schreibt der Energieriese ein weiteres Milliardenprojekt in Nordamerika ab.

Calgary/London (dpa) - Der Energiekonzern Shell nimmt nach seinem Rückzug aus der Arktis den nächsten milliardenschweren Strategieschwenk vor.

Das britisch-niederländische Unternehmen stoppt ein Ölsand-Projekt in Kanada, das angesichts der niedrigen Ölpreise nicht konkurrenzfähig sei, wie Shell am Dienstagabend (Ortszeit) im kanadischen Calgary mitteilte. Dafür schreibt der Konzern zwei Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro) ab. Der niedrige Ölpreis zwinge das Unternehmen zu "harten Entscheidungen", sagte Konzernchef Ben van Beurden.

An der Börse sorgten die Nachrichten kaum für Enttäuschung. Nach einem kurzen Kursrutsch am Mittwochmorgen legte die Shell-Aktie wieder zu und lag zuletzt mit 0,64 Prozent im Plus.

Shell kündigte an, die Milliardenbelastung noch im dritten Quartal zu verbuchen, das bereits durch den teuren Stopp des Arktis-Projekts belastet werden dürfte. Den Zwischenbericht will der Konzern an diesem Donnerstag (29. Oktober) vorlegen.

Vorstandschef van Beurden erklärte das Ende für das Ölsand-Projekt Carmon Creek in der kanadischen Provinz Alberta mit einer generellen Überprüfung der Fördermöglichkeiten. Das Unternehmen stelle seine Optionen weltweit auf den Prüfstand und versuche, die Kosten und Gefahren für den Konzern im Umfeld niedriger Ölpreise zu bewältigen.

Bereits Ende September hatte Shell seine umstrittenen Probebohrungen vor der Küste Alaskas gestoppt. Als Gründe nannte das Unternehmen mangelnden Erfolg und zu hohe Kosten. Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Das Bohren nach Öl und Gas in Alaska ist wegen des fragilen Ökosystems sehr umstritten. Die finanziellen Belastungen bezifferte Shell hier auf etwa 3 Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für künftige Vertragsverpflichtungen anfallen.

Shell-Mitteilung

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.